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Muslime beim Freitagsgebet im Fastenmonat Ramadan in Kalkutta Muslime beim Freitagsgebet im Fastenmonat Ramadan in Kalkutta  (ANSA)

Vatikan: Christen und Muslime als „Zeugen der Hoffnung“

Zum diesjährigen islamischen Fastenmonat Ramadan richtet der Vatikan Muslimen weltweit Grüße aus. Christen und Muslime könnten gemeinsam „Zeugen der Hoffnung“ sein, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Botschaft des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog. Der Fastenmonat hat am Dienstag begonnen.

Der Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog freue sich, den Muslimen „geschwisterliche gute Wünsche für einen Monat zu überbringen, der reich an göttlichem Segen und geistlichem Fortschritt ist“. Das schreibt der Präsident des Rates, Kardinal Miguel Ángel Ayuso Guixot, in der auf den 29. März 2021 datierten Grußbotschaft. Fasten, Beten, Almosen geben und andere fromme Praktiken brächten Christen und Muslime näher zu Gott, „unserem Schöpfer, und zu all jenen, mit denen wir leben und arbeiten“, heißt es in dem Brief aus dem Vatikan.

Kardinal Ayuso geht auch auf die gegenwärtige Pandemie ein. „In diesen langen Monaten des Leidens, der Angst und des Kummers, besonders in den Zeiten der Abriegelung, haben wir unser Bedürfnis nach göttlichem Beistand gespürt, aber auch nach Ausdrucksformen und Gesten geschwisterlicher Solidarität“, schreibt er. Und er zählt konkrete Möglichkeiten auf, diese Solidarität zu zeigen: Ein Telefonanruf, eine Botschaft der Unterstützung und des Trostes, ein Gebet, Hilfe beim Kauf von Medikamenten oder Lebensmitteln, Ratschläge und - „um es einfach auszudrücken, die Sicherheit, dass jemand immer für uns da ist in Zeiten der Not“.

Träger der Hoffnung sein

Hoffnung schließe Optimismus ein, gehe aber auch darüber hinaus: Während Optimismus eine menschliche Einstellung sei, habe die Hoffnung ihre Grundlage in etwas Religiösem: „Gott liebt uns und sorgt deshalb durch seine Vorsehung für uns“, heißt es in dem Brief. Gott tue dies auf seine eigene, geheimnisvolle Weise, die für uns nicht immer nachvollziehbar sei. „In diesen Situationen sind wir wie Kinder, die sich der liebevollen Fürsorge ihrer Eltern sicher sind, aber das ganze Ausmaß noch nicht begreifen können“.

Hoffnung entstehe aus dem Glauben, „dass alle unsere Probleme und Prüfungen einen Sinn, einen Wert und ein Ziel haben, wie schwierig oder unmöglich es für uns auch sein mag, den Grund dafür zu verstehen oder einen Ausweg aus ihnen zu finden“. Hoffnung bringe auch den Glauben an das Gute im Herzen eines jeden Menschen mit sich. Oftmals könne in Situationen der Schwierigkeit und Verzweiflung die Hilfe und die damit verbundene Hoffnung von denen kommen, von denen wir es am wenigsten erwarten würden, so Kardinal Ayuso. Die menschliche Geschwisterlichkeit in ihren zahlreichen Erscheinungsformen werde so zu einer Quelle der Hoffnung für alle, besonders für diejenigen, die sich in Not befänden.

Christen und Muslime seien deshalb gerufen, Träger der Hoffnung zu sein, für das gegenwärtige und für das zukünftige Leben, so der Kardinal. Sie sollten Zeugen, Wiederhersteller und Erbauer dieser Hoffnung sein, besonders für diejenigen, die Schwierigkeiten haben und die verzweifelt sind, heißt es in der vatikanischen Grußbotschaft. Der Brief ist vom Präsidenten des Dialogrates, Kardinal Miguel Ayuso, aber auch vom Sekretär des Rates, Indunil Kodithuwakku Janakaratne Kankanamalage, unterzeichnet.

(vatican news - mg)

16 April 2021, 14:57