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Gewalt gegen Christen, Ordensleute und Priester gab es weltweit auch im Jahr 2020 - Tendenz steigend Gewalt gegen Christen, Ordensleute und Priester gab es weltweit auch im Jahr 2020 - Tendenz steigend 

Vatikan: 2020 weltweit 20 Kirchenmitarbeiter getötet

Im zu Ende gebenden Jahr sind weltweit 20 Priester, Ordensleute und Laien der katholischen Kirche einen gewaltsamen Tod gestorben. Das meldete der vatikanische Fidesdienst am Mittwoch mit seiner Jahresstatistik. Die meisten kamen in Lateinamerika und Afrika um.

Amerika und Afrika führen traurige Statistik an

Der Bericht listet 20 Frauen und Männer der Kirche auf, die im Jahr 2020 gewaltsam ums Leben kamen. Darunter sind sechs Laienmissionare, acht Priester, drei Ordensschwestern, ein Ordensmann sowie zwei Seminaristen. In Amerika und Afrika war es am gefährlichsten für Missionare und andere kirchliche Mitarbeiter: acht von ihnen wurden auf dem amerikanischen (fünf Priester, drei Laien), sieben auf dem afrikanischen Kontinent (ein Priester, drei Ordensfrauen, ein Seminarist) umgebracht.

Hier im Audio: 2020 weltweit 20 Kirchenmitarbeiter getötet

Christenverfolgung reißt weltweit nicht ab

Papst Franziskus hatte Anfang Dezember bei einer Generalaudienz an vier US-amerikanischen Missionarinnen erinnert, die in San Salvador auf brutalste Art hingemetzelt wurden. In diesem Fall lag das Verbrechen gleichwohl 40 Jahre zurück. In der jetzt von Fides publizierten Todestatistik (auf dieser Seite im Detail einsehbar, siehe Link unten) folgt nach Amerika und Afrika Asien mit drei (ein Priester und ein Laie) getöteten Kirchenmännern. In Europa starben 2020 zwei Priester in Italien einen gewaltsamen Tod: In Como tötete ein Mann mit psychischen Problemen am 15. September den Priester und Obdachlosen-Seelsorger Roberto Malgesini; im sizilianischen Riposto starb am 5. Dezember der Ordensmann Leonardo Grasso bei einem Brandanschlag auf eine Einrichtung für Drogenabhängige und Aids-Kranke.

Nicht alle Todesfälle stehen in Zusammenhang mit dem christlichen Bekenntnis der Betroffenen, teilte der Missionspressedienst mit. Einige der 20 Getöteten seien Opfer von Raubüberfällen geworden oder bei allgemeinen Gewaltakten in ihrem Wirkungsgebiet ums Leben gekommen.

In den vergangenen 20 Jahren wurden weltweit laut Vatikan 535 pastorale Mitarbeiter getötet, darunter fünf Bischöfe.

Fides verweist darüber hinaus auf die lange Liste an verfolgten Christen in der Welt, die aufgrund ihres Glaubens bedrängt, diskriminiert und verfolgt werden. Papst Franziskus erinnert regelmäßig daran, dass die heutigen Opferzahlen die Christenverfolgung in der frühen Kirche mengenmäßig übersteigen. Auch im Jahr 2020 hat es in der Welt unzählige Entführungen und Überfälle auf Christen gegeben, darunter in Nigeria und Pakistan.

Corona-Pandemie forderte viele Opfer auf kirchlicher Seite

Ein weiterer Bericht, der im September 2020 herauskam, lenkt den Blick auf Kirchenleute, die im Kampf gegen die Coronapandemie ihr Leben ließen. Laut dem Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) kamen in Europa im Corona-Jahr hunderte von Priestern und Ordensfrauen, Krankenhauskaplane und Pflegekräfte bei ihrem Einsatz für Covid-Kranke ums Leben. Es handelt sich um die größte Gruppe der Opfer im Kampf gegen die Pandemie nach der Kategorie der Ärzte und Ärztinnen.

Im Detail ist die Rede von über 400 verstorbenen Priestern in Europa, die Kranke im Gesundheitswesen und seelsorglich unterstützten. Zu den Ländern mit den meisten Todesopfern unter den Geistlichen gehören laut dem CCEE-Bericht die Niederlande mit 181 Toten (ältere Ordensleute), Italien mit 121 und Spanien mit 70 Opfern. In Polen starben zehn Priester, in Belgien fünf, in der Ukraine fünf, in Irland drei, in Österreich vier, einer in Litauen. In die Statistik flossen Ergebnisse aus Umfragen in 38 Bischofskonferenzen auf dem gesamten Kontinent ein. 

Auch in anderen Teilen der Welt kamen viele kirchliche Mitarbeiter beim Einsatz für Covid-Kranke ums Leben, vor allem in Entwicklungsländern. 


(fides/vatican news/sir – pr)
 

30 Dezember 2020, 13:16