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Christen in Thailand Christen in Thailand  (AFP or licensors)

Nuntius in Thailand: Papst kann Christen Mut machen

Papst Franziskus kann der katholischen Kirche in Thailand Mut machen, den eigenen Glauben selbstbewusster zu verkünden. Dies sagt im Interview mit Radio Vatikan Erzbischof Paul Tschang In-Nam, Vatikanvertreter in Bangkok. Franziskus besucht das Land von 19. bis 22. November.

Viele Schulen und Krankenhäuser

Die Katholische Kirche in Thailand sei „eine kleine Minderheit in einem großen Ozean buddhistischer Mitbürger“, umschreibt der Nuntius die Situation der ungefähr 400.000 Katholiken. Trotzdem leiste sie einen entscheidenden Beitrag in der thailändischen Gesellschaft:

„Die Katholische Kirche hat mehr als 370 katholische Schulen, von der Grundschule bis zur Uni. Auch wenn die Zahl der Katholiken so klein ist, ist die Zahl derjenigen, die an diesen Schulen ausgebildet werden, sehr viel höher. Auch sind viele Gesundheitseinrichtungen in katholischer Hand: Krankenhäuser und Kliniken.“

Die größte Herausforderung für die Christen heute betreffe ihre eigene Glaubensidentität. Als kleine Gemeinschaft in einer buddhistischen Mehrheit falle es ihr nicht leicht, ihren Glauben zu bezeugen. Auch gebe es gegenüber dem Christentum Vorurteile, berichtet der Nuntius:

„Der Buddhismus wird als offizielle Religion gesehen, und die Leuten fühlen sich dieser Religion zugehörig. Das Christentum wird, auch heute noch, von einigen Menschen in Thailand als ausländische Religion wahrgenommen. Christ zu werden wird als eine Art ,Nein‘ zur eigenen Identität aufgefasst.“

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Vorurteile gegenüber Christentum

Diese Wahrnehmung habe historische Ursachen, führt der Vatikanvertreter weiter aus:

„Während des Zweiten Weltkrieges war Thailand ein Alliierter der japanischen Armee. Die europäischen Länder wurden als Feinde gesehen und auch die katholische Kirche wurde als Religion der Feindesländer betrachtet. Solche Wahrnehmungen der Geschichte herrschen auch heute noch in einigen Köpfen vor. Einige Menschen glauben: Christ werden bedeutet, ein Verräter der eigenen Nation zu werden und sich gegen eigenen Werte und Religion, den Buddhismus, auszusprechen. Solche Dinge lösen bei Christen ein Minderwertigkeitsgefühl aus. Es ermutigt sie nicht gerade dazu, aktive Jünger der Mission zu sein... Das ist die größte Herausforderung der Kirche in Thailand.“

Papst trifft Obersten Patriarchen der Buddhisten

In einem solchen Kontext sei interreligiöser Dialog ein „Muss“, so der Nuntius. So gebe es regelmäßige Besuche und Dialogtreffen zwischen Katholiken und Buddhisten. Der Papst will am Donnerstag im Rahmen seiner Reise den Obersten Patriarchen der Buddhisten treffen. Der Nuntius in Thailand erinnert im Interview mit Radio Vatikan an den Besuch einer buddhistischen Delegation aus Thailand im Vatikan im Mai 2018 und einen Gegenbesuch von Vatikanseite im November 2018 in Thailand. Im Land selbst sieht er die Wege des Kontaktes längst nicht ausgeschöpft: „Wir hoffen, dass der Papstbesuch uns ermutigt, diese geschwisterlichen Beziehungen weiter zu entwickeln.“

(vatican news – pr)

19 November 2019, 13:25