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Erzbischof Scicluna ermittelte im Februar 2018 für den Papst zum Ausmaß der Missbrauchsskandale in Chiles Kirche Erzbischof Scicluna ermittelte im Februar 2018 für den Papst zum Ausmaß der Missbrauchsskandale in Chiles Kirche  (ANSA)

Scicluna: „Nie wieder Vertuschen!“

Der Februar-Gipfel gegen Missbrauch im Vatikan wird zwar „in vier Tagen nicht alles lösen“. Aber er bedeutet doch „einen sehr wichtigen Start für einen globalen Prozess, der seine Zeit brauchen wird.“

Das sagt der aus Malta stammende Erzbischof Charles Scicluna über das Anti-Missbrauchs-Treffen Ende Februar im Vatikan. An dem vom Papst einberufenen Gipfel werden die Präsidenten der mehr als hundert Bischofskonferenzen aus aller Welt sowie die Führer der katholischen Ostkirchen teilnehmen.

„Ein synodales Ereignis“

Scicluna ist beigeordneter Sekretär der Glaubenskongregation und einer der wichtigsten Köpfe im Engagement des Vatikans gegen Missbrauch. Im Gespräch mit dem US-Magazin „America“ nennt er den Februar-Gipfel ein „synodales Ereignis“. Es sei „das erste seiner Art, bei dem es um Missbrauch von Minderjährigen in der Kirche geht“.

„Außerdem ist es ein wichtiges Zeichen für das, was wir affektive Kollegialität nennen können“, so Erzbischof Scicluna. Papst Franziskus habe den Gipfel einberufen, „weil ihm klar geworden ist, dass das Thema Kinderschutz und Missbrauchs-Prävention auf der Tagesordnung der Kirche ganz oben stehen muss“.

“ Bischöfe müssen sich nicht nur vor Gott verantworten, sondern auch vor der Gemeinschaft ”

Scicluna wörtlich: „Das ist ein globales Thema, das nichts mit geographischen oder kulturellen Bedingtheiten zu tun hat“. Zwar müsse man beim Einsatz gegen Missbrauch auf „unterschiedliche kulturelle Befindlichkeiten“ Rücksicht nehmen. Doch die „Entschlossenheit“ müsse „ein und dieselbe“ sein.

Mit Nachdruck wies der Erzbischof auf die Verantwortung der Bischöfe im Bereich Missbrauchsprävention hin. „Dazu gehört, dass sie zur Verantwortung gezogen werden können.“ Sie seien „nicht nur vor Gott oder dem Gewissen, sondern auch gegenüber der Gemeinschaft verantwortlich“.

Das Vertuschen von Missbrauchsfällen, wie es in der Vergangenheit immer wieder geschah, dürfe es nie wieder geben. „Wer vertuscht, löst damit kein Problem, sondern ignoriert es… Nur die Wahrheit wird uns frei machen!“

(america – sk)
 

24 November 2018, 10:58