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Papst-Videobotschaft: „Jesus braucht euch, um Welt zu retten"

Am Welttag der Armen hat sich Papst Franziskus in einer Videobotschaft an Bedürftige und Helfer weltweit gewandt, die im Solidaritätsnetzwerk Fratello aktiv sind.

Die Initiative „Fratello“, von der Franziskus einige Mitglieder am Freitag bei seinem Assisi-Besuch traf, hatte für den Welttag der Armen an diesem Sonntagnachmittag ein halbstündiges internationales Gebet organisiert, bei dem die Papstbotschaft eingespielt wurde. Für Gläubige war eine Teilnahme über die Facebook-Seite von Fratello möglich.

Das Hilfsnetzwerk organisierte zudem am 13. und 14. November auf allen fünf Kontinenten rund 50 Veranstaltungen anlässlich des diesjährigen Welttages der Armen mit, die mehr als 20.000 Menschen in Situation der Armut zugutekommen. Startschuss der Initiative war der Papstbesuch in Assisi am Freitag.

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Armut in vielerlei Hinsicht

In seiner Videobotschaft wandte sich Papst Franziskus mit warmen Worten an alle Teilnehmer der Initiative – in Assisi und weltweit - , die anlässlich des Welttages der Armen gemeinsam für die Bedürftigen wirken. „Wie glücklich bin ich, an diesem Tag bei Ihnen zu sein! Ich fühle mich Ihnen sehr nahe; ich möchte jeden einzelnen von Ihnen daran erinnern, wie sehr Gott uns liebt, und wie sehr Gott Sie liebt“, so der Papst.

Franziskus ging dann auf die schwierige Lage der Armen, Benachteiligten und Kranken weltweit ein; einige solcher Zeugnisse hatte er selbst am Freitag in Assisi gehört: „Viele von Ihnen leiden im Gefängnis, in den Slums, in einem Krankenhausbett, in den ärmsten Vierteln, verlassen, isoliert und manchmal sogar unter einem Krieg leidend, den Sie nicht gesucht haben und der Ihnen aufgezwungen wurde. Einige von Ihnen haben heute nichts mehr, Sie wissen nicht, ob Sie heute Abend etwas zu essen haben und wo Sie schlafen werden.“

Doch auch unter wohlhabenderen Lebensumständen gebe es Formen von Armut, lenkte der Papst den Blick auf andere Peripherien des Menschseins: „Andere, die scheinbar alles haben, leiden oft unter Einsamkeit, Angst, Depression und Sucht.“

Gott kann Mangel lindern

Angesichts dieser Not erbat der Papst Linderung und Trost, Hoffnung und Frieden und unterstrich, dass Gott eben jenen Menschen besonders nahe sei, die unter Not und Mangel leiden: „Jesus braucht euch, um die Welt zu retten, er ist für uns Arme, die Kleinen, die Kranken, die vom Leben Verwundeten, die Verbitterten gekommen, um uns mit seiner Liebe zu erfüllen. Wenn wir uns als arm erkennen, wenn wir einen Mangel erkennen, dann kann Gott in diesen Mangel eintreten.“

Die Armen seien der „Schatz der Kirche“ und forderten zur Nächstenliebe auf, so Franziskus. Sie seien auch eine Botschaft an jeden Einzelnen von uns, zum Wesentlichen zu gelangen: „Selig sind die Armen! Dies ist die erste Seligpreisung. Arm im Herzen zu werden ist eine radikale Einladung, uns von dem zu trennen, was wir haben oder zu haben glauben, von unserer Sünde, um Gott kommen zu lassen und uns mit seiner Liebe zu erfüllen. Möge der Herr uns helfen, uns ganz klein zu machen, damit er in uns groß sein kann, groß!“

Der Papst bat dann Gott um „Vergebung im Namen aller Christen, die dich verletzt, ignoriert und gedemütigt haben“. Jeder Mann und jede Frau sei der „Tempel Gottes“, fuhr er weiter fort. So sei der Platz auch der Armen „nicht an der Tür der Kirchen, sondern im Herzen der Kirchen“, erinnerte er, der alle Gläubigen dazu aufforderte, „Zeugen Gottes Liebe in der Welt“ zu sein.

 

Gründung 2016

„Fratello“ organisiert bereits seit 2016 „internationale geschwisterliche Begegnungen für und mit Menschen in prekären Situationen“. Die katholische Initiative geht auf die französischen Staatsbürger Étienne Villemain und Alix Montagne zurück und ist inzwischen mit Diözesen und katholischen Verbänden in der ganzen Welt vernetzt.

(vatican news – pr)

14 November 2021, 15:34