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Für mehr als 100 Migranten, die im Mittelmeer mit einem Schlauchboot verunglückten, kam am Donnerstag jede Hilfe zu spät Für mehr als 100 Migranten, die im Mittelmeer mit einem Schlauchboot verunglückten, kam am Donnerstag jede Hilfe zu spät 

Tote Migranten im Mittelmeer – Papst beklagt fehlende Hilfe

Papst Franziskus hat nach der jüngsten Tragödie im Mittelmeer mangelnde Hilfe für Migranten in Seenot beklagt. Es sei „Zeit, sich zu schämen“ sagte er nach seinem Mittagsgebet an diesem Sonntag auf dem Petersplatz und rief auch zum Gebet „für all jene, die helfen können, aber lieber wegschauen“.

Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt 

„Ich gestehe euch, dass ich sehr traurig bin angesichts der Tragödie die sich zum erneuten Mal in den vergangenen Tagen im Mittelmeer abgespielt hat. 130 Migranten sind ertrunken. Das sind Menschen. Es sind Menschenleben. Zwei ganze Tage lang haben sie umsonst um Hilfe gerufen. Hilfe, die nicht kam. Brüder und Schwestern, prüfen wir uns selbst angesichts dieser wiederholten Tragödie. Es ist Zeit, sich zu schämen. Lasst uns beten für diese Brüder und Schwestern und für all jene, die weiterhin auf diesen dramatischen Reisen sterben. Beten wir auch für all jene, die helfen können, aber lieber wegschauen.“

Die italienische Zeitung „Avvenire“ hatte zu der Tragödie berichtet, europäische Behörden hätten seit zwei Tagen gewusst, dass im Kanal von Sizilien drei Boote von libyschen Schleusern ausgesetzt waren. Es seien aber keine Rettungsschiffe gesandt worden. Immerhin hätten sich erstmals seit langer Zeit Handelsschiffe beteiligt, um dem Rettungsschiff „Ocean Viking“ der Hilfsorganisation SOS Méditerranée bei der Suche nach Überlebenden zu helfen. Wie die Zeitung der italienischen Bischofskonferenz (CEI) weiter berichtete, habe keine Rettungszentrale in Italien, Malta oder Libyen die Einsätze koordinieren wollen. Vor der libyschen Küste ertranken so laut SOS Méditerranée rund 130 Flüchtlinge, die auf dem havarierten Schlauchboot waren.

Hier im Audio: Papst Franziskus zur jüngsten Tragödie im Mittelmeer

„Es ist Zeit, sich zu schämen. Lasst uns beten für diese Brüder und Schwestern und für all jene, die weiterhin auf diesen dramatischen Reisen sterben. Beten wir auch für all jene, die helfen können, aber lieber wegschauen“

Papst Franziskus beim Regina Coeli am 25. April 2021
Papst Franziskus beim Regina Coeli am 25. April 2021

Ebenso gedachte Papst Franziskus nach seinem Mittagsgebet an diesem Sonntag der Opfer des Krankenhausbrands in Bagdad und rief alle zu Gebeten für die Opfer und ihre Angehörigen auf. Bei dem Feuer auf einer Corona-Intensivstation in der irakischen Hauptstadt gab es laut Medienberichten bisher mehr als 50 Tote und viele Verletzte. Der Brand soll durch die Explosion falsch gelagerter Sauerstoffflaschen verursacht worden sein. Allen Opfern und ihren Angehörigen versicherte der Papst seine Gebete; ebenso wie allen, die vom Vulkanausbruch auf der Karibikinsel Saint Vincent betroffenen sind.

Würdigung der Märtyrer von Guatemala

Der Papst ging nach seinem Mittagsgebet auch auf zwei für die katholische Kirche bedeutende Ereignisse noch einmal ein: Mit Blick auf die Seligsprechung von zehn Märtyrern in Guatemala vergangenen Freitag sagte er:

„In Santa Cruz de Quiché in Guatemala sind Pater José María Gran Cirera und neun seiner Gefährten im Martyrium selig gesprochen worden. Drei Priester des Heiligen Herzens Jesu, die Missionare waren, und sieben Laien. Sie alle wurden zwischen 1980 und 1991 ermordet, einer Zeit der Verfolgung der katholischen Kirche, die sich für die Armen stark machte. Bewaffnet nur mit ihrem Glauben an Christus lebten sie mutig das Evangelium. Möge uns ihr Beispiel großzügiger und mutiger machen, das Evangelium zu Leben. Ein Applaus für die neuen Seligen.“

Das zweite für die katholische Kirche bedeutende Ereignis, zu dem sich Papst Franziskus diesen Sonntag nach seinem Mittagsgebet äußerte, war der Welttag für geistliche Berufungen, den die katholische Kirche am vierten Sonntag nach Ostern weltweit begeht. Dieses Jahr hatte Papst Franziskus sich in seiner Botschaft zum 58. Gebetstag um geistliche Berufungen besonders dem heiligen Josef und dessen Berufungsgeschichte gewidmet. Vor seinem sonntäglichen Mittagsgebet vom Fenster des apostolischen Palasts zum Petersplatz hin, hatte Papst Franziskus am Morgen eine Messe im Petersdom gefeiert und dabei neun neue Priester für das Bistum Rom geweiht.

(vatican news – sst) 

25 April 2021, 12:43