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Papst Franziskus startet seine Irak-Reise

Papst Franziskus ist im Irak angekommen. Um 13.58 Uhr Ortszeit (11.58 Uhr MEZ) landete der Alitalia-Flieger mit dem Kirchenoberhaupt und seinen Begleitern am internationalen Flughafen von Bagdad.

Erwartet wurde die Gruppe durch den Premierminister des Landes, Mustafa Abdellatif Mshatat und seine Delegation sowie Vertreter der Nuntiatur und der lokalen Kirche. Es fehlte bei der protokollarischen Begrüßung allerdings der Apostolische Nuntius im Irak, Mitja Leskovar, der kurz vor dem Papstbesuch positiv auf Corona getestet wurde. Heftiger Wind zerrte am Gewand des Papstes, als er zu den Klängen von Beethovens „Freude schöner Götterfunken“ die Gangway hinunterstieg. Im Flughafengebäude begrüßten junge Leute den Papst mit dem Gesang der Hymne, die eigens für den Besuch komponiert worden war.

Papst Franziskus ist im Irak angekommen
Papst Franziskus ist im Irak angekommen

Der Premierminister und der Papst begaben sich nach der Vorstellung der jeweiligen Delegationen zu einem kurzen privaten Gespräch in den VIP-Saal des Flughafens; anschließend brach der Papst per Auto zum Palast des Präsidenten der Republik, Barham Ahmed Salih Qassim, auf. 

Dort wird es nach einem kurzen privaten Gespräch und dem offiziellen Erinnerungsfoto, einer kurzen Vorstellung und der gegenseitigen Übergabe der Gastgeschenke in den Großen Salon des Präsidentenpalastes gehen, wo der Papst vor den staatlichen und zivilen Autoritäten sowie den Vertretern des Diplomatischen Korps seine erste Ansprache auf irakischem Boden halten wird. 

Anschließend an die Ansprache geht es gegen 16.15 irakischer Zeit (14.15 Uhr MEZ) direkt in die syrisch-katholische Kathedrale von Sayidat al-Nejat, wo der Papst die Bischöfe, Priester, Ordensleute, Seminaristen und Katechisten des Landes treffen wird. Die Kathedrale war in den Jahren 2004 und 2010 Schauplatz zweier Attentate, für letzteres hatte der selbst ernannte Islamische Staat die Verantwortung übernommen. Am 31. Oktober 2010 hatten sechs Attentäter die Kirche während des Sonntagsgottesdienstes angegriffen und 48 Menschen getötet – zwei davon waren die Priester am Altar – sowie rund 70 Gläubige verletzt. Die beiden getöteten Priester wurden in der Krypta der Kirche bestattet; für die Todesopfer wurde ein Mahnmal erbaut. Noch heute wird ein Abbild der Madonna mit deutlich sichtbaren Schussspuren in der Kathedrale verwahrt.

Das Äußere der Kathedrale, in der der Papst die Vertreter der Kirche im Irak trifft
Das Äußere der Kathedrale, in der der Papst die Vertreter der Kirche im Irak trifft

Nach der Ansprache in der Kathedrale begibt Franziskus sich in die Apostolische Nuntiatur in Bagdad, wo er während seines Aufenthaltes im Land jeweils übernachten wird. Die Nuntiatur ist nur wenige Kilometer von der Kathedrale entfernt, beide liegen im Stadtviertel Karrada, das als wohlsituiertes Wohn- und Geschäftsviertel gilt. Es stellt einen der beiden christlich geprägten Bezirke von Bagdad dar, in der Tat befinden sich hier viele Kirchen der verschiedenen Konfessionen. Bewohnt wird das Viertel aber von Muslimen wie Christen. 

Nach einem privaten Abendessen um 19 Uhr Ortszeit (17 MEZ) wird der Papst sich zur Nachtruhe zurückziehen. 

(vatican news - cs)

05 März 2021, 12:22