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Kardinal Zenari (Mitte) bei der Wiedereröffnung einer armenisch-katholischen Kirche in Aleppo, Dezember 2019 Kardinal Zenari (Mitte) bei der Wiedereröffnung einer armenisch-katholischen Kirche in Aleppo, Dezember 2019  (AFP or licensors)

Papst spendet jedem syrischem Bistum 60.000 Euro

Papst Franziskus spendet jedem katholischen Bistum in Syrien 60.000 Euro; damit sollen sie Arbeit für die Ärmsten leisten. Das sagte der päpstliche Nuntius in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, dem italienischen Pressedienst sir.

„Die Hälfte des Geldes soll in diesem Monat Dezember ausgezahlt werden, der Rest dann im März“, so Zenari. Wem genau und wie sie damit Bedürftigen helfen, das überlasse Franziskus den Verantwortlichen in den Bistümern.

„Der Papst will die Leiden der Menschen in Syrien lindern und so viele Bedürftige wie möglich erreichen“, erklärte der Nuntius, der seit 2008 den Heiligen Stuhl in Damaskus vertritt und von Franziskus 2016 überraschend ins Kardinalskollegium aufgenommen wurde.

„Weg zum Frieden ist noch sehr lang“

Zenari weist darauf hin, dass die Kirche über vielerlei Kanäle Hilfe in Syrien leistet. Allein 2017 hätten katholische Einrichtungen wie die Caritas oder katholische Spender aus aller Welt 286 Millionen Dollar für Notleidende im Nahen Osten gegeben; davon seien 107 Millionen nach Syrien geflossen.

Verhalten äußerte sich der Kardinal über innersyrische Verhandlungen, die auf Vermittlung der UNO in Genf stattgefunden haben. Dass verschiedene syrische Akteure an einer neuen Verfassung arbeiteten, könne ein „ermutigendes Signal“ sein, doch sei der Weg noch „sehr lang“.

„Schlüssel zum Frieden liegt im UNO-Sicherheitsrat“

Mit einer neuen Verfassung allein ließen sich die Probleme des Bürgerkriegslandes nicht lösen. „Die Menschen leiden unter Hunger und Kälte, und diese Probleme muss man schnell lösen!“ Eine wirkliche Lösung für die Syrien-Krise könne nur der UNO-Sicherheitsrat herbeiführen. „Aber dort wird jeder Versuch, Abkommen auszuhandeln, von sich überkreuzenden Vetos blockiert.“

Ohne Russland direkt zu erwähnen, gab Zenari zu bedenken: „In diesen Kriegsjahren gab es ein Land, das sein Vetorecht im Sicherheitsrat 16-mal eingesetzt hat, und zwar in sehr entscheidenden Momenten. Es ist klar, dass der Krieg in Syrien enden wird, sobald der Sicherheitsrat das beschließt…“

(sir – sk)
 

05 Dezember 2020, 11:23