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Laudato si' war die erste Umwelt-Enzyklika eines Papstes überhaupt Laudato si' war die erste Umwelt-Enzyklika eines Papstes überhaupt  ( © Yann Arthus Bertrand)

Papst ruft zur Teilnahme am „Laudato si‘-Jahr“ auf

„Mögen die heutigen Leiden Geburtswehen einer geschwisterlicheren und nachhaltigeren Welt sein“, heißt es in einem Gebet zu dem an diesem Sonntag startenden „Laudato si‘-Jahr“ . Um mit den Folgen der globalen Corona-Pandemie umzugehen, brauche es kreative Solidarität, heißt es darin weiter. Papst Franziskus rief nach dem Regina Coeli dazu auf, das Motto-Jahr zum Dienst am Nächsten zum Schutz der Schöpfung zu nutzen.

Franziskus verwies beim Regina Coeli auf den fünften Jahrestag seiner Schöpfungs-Enzyklika „Laudato si‘“, der den Startschuss für das „Laudato si‘-Jahr“ bildet, das ab diesem Sonntag bis zum 24. Mai 2021 laufen soll.

Mit dem wegweisenden Dokument von 2015, das weit über katholische Kreise hinaus rezipiert wurde, habe er besonderes Augenmerk auf den „Schrei der Erde und der Armen“ lenken wollen, erklärte der Papst. Franziskus lud alle Menschen dazu ein, das Laudato si‘-Jahr mitzugestalten: „Ich lade alle Menschen guten Willens ein, mitzumachen und sich um unser gemeinsames Haus und unsere schwächsten Brüder und Schwestern zu kümmern.“

„Es wird schön sein, dafür zu beten“

Der Papst verwies zudem auf die Veröffentlichung des Gebetes zum Motto-Jahr, das Vatican News auf seiner Homepage in einer deutschen Übersetzung dokumentiert: „Es wird schön sein, dafür zu beten“, ermutigte Franziskus anlässlich der Initiative, in deren Rahmen zahlreiche Projekte geplant sind.

Zum Nachhören

Ziel des Laudato si‘-Jahres ist es, Franziskus’ gleichnamige Umweltenzyklika bekannter zu machen und den Schutz der Schöpfung auf vielen Ebenen weiter voranzutreiben. Vorbereitend zum Motto-Jahr lief diese Woche bereits die so genannte „Laudato Si-Woche“, die am Samstag zu Ende ging.

Gebet für die Erde und die Menschheit

Für den 24. Mai hatte der Heilige Stuhl zum weltweiten Gebet für die Schöpfung eingeladen; den Text des „Gemeinsamen Gebetes für die Erde und die Menschheit“ veröffentlichte der Vatikan mit dem heutigen Mittagsgebet des Papstes.

Mitte Juni will die päpstliche Entwicklungsbehörde, die für die Durchführung des Motto-Jahres verantwortlich ist, zu einem Webinar einladen. Für denselben Monat ist die Veröffentlichung eines Grundlagentextes in Vorbereitung, an dem mehrere Kurienbehörden arbeiten.

Von 1. September bis 4. Oktober, dem Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, schließt sich wie bereits in den Jahren zuvor die sogenannte Schöpfungszeit an, die Papst Franziskus, eine Gepflogenheit der Orthodoxen aufgreifend, vor einigen Jahren eingeführt hatte. Zwei Veranstaltungen, die der Vatikan wegen der Corona-Pandemie verschieben musste, werden im Rahmen des „Laudato si'-Jahres“ nachgeholt: im Oktober der globale Erziehungspakt, im November das internationale Jugend-Wirtschafts-Seminar „Economy of Francesco“, das ursprünglich für den vergangenen März geplant war. Im Mai kommenden Jahres plant das Dikasterium eine große internationale Konferenz.

Ein Öko-Nobelpreis aus dem Vatikan

Während des Aktionsjahres soll ein auf sieben Jahre angelegtes Programm mit öffentlichen Aktionen vorgelegt werden, die auf eine Bewusstseinsbildung in Sachen Nachhaltigkeit zielen. Empfänger sind Familien, Bistümer, Schulen, Universitäten, Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen, Ordensgemeinschaften sowie die Welt der Wirtschaft.

Darüber hinaus plant die päpstliche Entwicklungsbehörde unter Kardinal Turkson, die für die Ausrichtung des Laudato si‘-Jahres verantwortlich ist, einen Laudato-si'-Preis, der jährlich an verdienstvolle Initiativen der Nachhaltigkeit gehen soll. Die erste Preisverleihung wird im Mai 2021 stattfinden, wie der Vatikan bekanntgab.

(vatican news – pr/gs)
 

24 Mai 2020, 12:30