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Papst: Das Schöne am Sport ist, mit dem Tempo der anderen zu gehen

Papst Franziskus hat nach der Generalaudienz am Mittwoch eine Sportler-Delegation empfangen. Die Athleten hätten an dem vom vatikanischen Athletikverein „Athletica Vaticana“ organisierten und wegen der Pandemie verschobenen Sportereignis „We run together“ teilnehmen sollen. In seiner Ansprache ging der Papst auf die Bedeutung des Sports ein, gerade in einer Krisenzeit wie der heutigen.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: So soll der Wettkampf nachgeholt werden, doch zuvor wollen die Sportler eine Wohltätigkeitsauktion durchführen, deren Erlös dem Gesundheitspersonal der Krankenhäuser in Bergamo und Brescia zugute kommen soll. Der Papst ging darauf ein und erinnerte an jene „Helden“, die in diesen Tagen der Pandemie „ihr eigenes Leben riskieren, um andere zu retten“.

Die Gruppe, die im Apostolischen Palast zugegen war, bestand aus einem 11-jährigen behinderten Mädchen im Rollstuhl mit einer neurodegenerativen Erkrankung, einem Sportler mit geistiger Behinderung, der in der Schule schikaniert wurde sowie einem aus Ghana stammenden Migranten. Dieser war in Sizilien angekommen, nachdem er das Drama der Gefangenschaft in Libyen erlebt hatte. Ebenfalls mit dabei war eine Frau, die im römischen Gefängnis Rebibbia inhaftiert ist und gehört zur Vatikan-Athletikmannschaft.

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Die menschliche und kreative Haltung des Sports

Nach einem kurzen Gespräch mit dem kleinen Sportlermädchen hob der Papst in seiner Ansprache die „menschliche“ und „kreative“ Haltung des Sports hervor. So sagte er, dass man durch den Sport „zur Freude und zum Glück anderer beitragen und etwas von sich selbst weitergeben kann“. Jeden Tag „bieten Menschen sogar ihr Leben für andere an“, so der Papst. Er nannte als Beispiel die Mütter und Väter, die ihr Leben „für ihre Kinder“ geben. Die Schönheit des Sports liege im Miteinander-Teilen, im „Nicht-Losgelöst-Sein“ von den Menschen um uns herum, sagte der Papst. Im Sport lerne man das, was das Evangelium lehrt und zwar „im Tempo unserer Mitmenschen zu gehen, die ein anderes Tempo haben als man selber - oder zumindest Rücksicht auf sie zu nehmen und unser Tempo an das ihre anzupassen“.

„Ihr werdet nicht mit den Beinen laufen, aber man kann auch mit dem Herzen laufen.“

Zwar würden die Sportler, die der Papst empfangen hat, wegen des Coronavirus nicht an dem für diesen Donnerstag vorgesehenen Wettkampf teilnehmen, aber es gehe um mehr: „Ihr werdet nicht mit den Beinen laufen, aber man kann auch mit dem Herzen laufen“, so Franziskus. So würdigte er das Vorhaben der Athleten, einige ihrer persönlichen Gegenstände für eine wohltätige Initiative zur Verfügung zu stellen. Die Solidaritätsaktion für die norditalienischen Krisenstädte Bergamo und Brescia wegen des Coronavirus-Notstands stelle eine Möglichkeit dar, „den Krankenschwestern, Pflegern und dem Krankenhauspersonal zu helfen und ihnen zu danken“, so der Papst.: „Sie sind Helden. Sie alle leben ihren Beruf als Berufung, heroisch, indem sie ihr eigenes Leben riskieren, um andere zu retten“, betonte er und erinnerte an die Worte Jesu: „Niemand hat eine größere Liebe als derjenige, der aus Liebe für den anderen sein Leben hingibt“.

Bei der Auktion am 8. Juni auf der Online-Plattform charitystars.com sollen Sportfans von mehrfachen Medaillengewinnern gestiftete Gegenstände und die Teilnahme an Sportereignissen gewinnen können. Der Erlös der Auktion geht der Mitteilung zufolge an Pflegekräfte sowie die Ärzte zweier Kliniken in Bergamo und Brescia, die von der Covid-Pandemie besonders betroffen sind.

(vatican news)

21 Mai 2020, 08:22