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Vatican News

Papst trifft Großscheich von al-Azhar

Sie kennen sich schon seit längerem und sehen sich immer wieder mal: Auch an diesem Freitag haben sich Papst Franziskus und der Großscheich von al-Azhar getroffen.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

Zuletzt hatten die beiden Religionsführer im Frühjahr 2019 in Abu Dhabi gemeinsam eine bahnbrechende „Erklärung über die universale Geschwisterlichkeit der Menschen“ unterzeichnet.

Ahmed al-Tayyeb steht an der Spitze der al-Azhar-Universität in Kairo. Damit ist er eine der einflussreichsten Stimmen der sunnitischen Spielart des Islam. Beim Gespräch mit Franziskus im Vatikan wurde er u.a. vom Vize-Ministerpräsidenten der Emirate, Saif bin Sayyed al-Nahyan, begleitet. Mit dabei waren auch einige Mitglieder des Komitees, das sich um eine Umsetzung der Erklärung von Abu Dhabi kümmern soll.

Ein kleiner Religionsgipfel

Die Audienz von diesem Freitag hatte fast die Züge eines kleineren Religionsgipfels. Von vatikanischer Seite war nämlich auch der Sekretär des Papstes dabei, der Ägypter Yoannis Lahzi Gaid, sowie Kardinal Miguel Angel Ayuso-Guixot, Franziskus‘ Verantwortlicher für den interreligiösen Dialog.

Natürlich wurde bei der Begegnung über die Papstreise nach Abu Dhabi gesprochen – sie war die erste Reise eines Papstes auf die Arabische Halbinsel in der Geschichte gewesen. Außerdem ging es um ein interreligiöses Projekt namens „Haus Abraham“, das im September in New York initiiert wurde.

Vatikan-Dialog mit Schiiten in Teheran

Der Zufall wollte es, dass an diesem Freitag auch das Ergebnis eines hochrangigen Dialogs zwischen dem Vatikan und der schiitischen Variante des Islam bekannt geworden ist. Ein Statement fasst die elfte Dialogrunde zwischen dem vatikanischen Dialograt und dem Zentrum für interreligiösen Dialog in Teheran zusammen; sie hat am 11. und 12. November in der iranischen Hauptstadt stattgefunden.

Wie schon in der Erklärung von Abu Dhabi wird auch hier der Akzent darauf gelegt, dass die Religionen zu einem gemeinsamen Dienst an der Menschheit berufen sind. Das Statement betont, weder Einzelne noch Staaten dürften auf internationalem Level diskriminiert werden, „auch nicht im Fall von Krieg oder unter internationalen Sanktionen“. Iran ist derzeit harten US-Sanktionen ausgesetzt und muss wegen seiner Haltung im Atomstreit auch künftige EU-Sanktionen fürchten.

(vatican news)
 

15 November 2019, 15:00