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Papst Franziskus mit Audienzteilnehmern an diesem Samstag Papst Franziskus mit Audienzteilnehmern an diesem Samstag  (Vatican Media)

Papst Franziskus: Lebende Zeichen der Liebe werden, die wir verkünden

Die Herzen der Männer und Frauen unserer Zeit „zum Brennen zu bringen” ist die „Herausforderung unserer Zeit“: Mit missionarischem Schwung wandte sich Papst Franziskus an die rund 300 Teilnehmer des internationalen Treffens von akademischen und schulischen Einrichtungen der Neuevangelisierung, die er an diesem Samstag im Vatikan empfing.

Die große Konferenz, die durch den Päpstlichen Rat für Neuevangelisierung und ihren Präsidenten Erzbischof Fisichella organisiert wurde, startete unter dem Thema „Gott zu treffen ist möglich? Wege der Neuevanglisierung“ am 19. September – die Papstaudienz in der Sala Clementina stellte den krönenden Abschluss dar.

Die Sehnsucht nach der Begegnung mit Gott entzünden

Papst Franziskus griff in seiner Ansprache an die Teilnehmer die Zentralität des behandelten Themas auf, nämlich, wie „unsere Sehnsucht nach einer Begegnung mit Gott entzündet werden“ könnte, und das trotz der Zeichen, die seine Anwesenheit verdunkeln. Denn viele Menschen hätten inmitten ihres frenetischen Lebens Gott nötig, betonte der Papst. Doch oft geschehe es, dass die Kirche „für den heutigen Menschen eine erkaltete Erinnerung“, wenn nicht sogar eine „brennende Enttäuschung“ darstelle: „Viele, vor allem im Westen, haben den Eindruck einer Kirche, die sie nicht versteht und ihren Bedürfnissen fern steht.“ Doch die Kirche, so wiederholte der Papst ein oft von ihm genutztes Bild, bestehe nicht, um sich selbst zu verkünden, sondern sie müsse „dafür brennen, das Evangelium in die heutige Welt zu tragen.“ Dies könne auch eine gewisse Unordnung mit sich bringen, anders als in einem Museum, in dem alles auf seinem Platz steht, fügte der Papst frei hinzu.

Sklaven dessen, was unser Leben eigentlich bereichern soll

„Wie viele Menschen an unserer Seite leben frenetisch, als Sklaven dessen, was eigentlich dazu dienen sollte, besser zu leben, und vergessen den Geschmack des Lebens: der Schönheit einer großen und großzügigen Familie, die den Tag und die Nacht füllt, aber das Herz weitet; des Lichts, das aus den Augen der Kinder strahlt, heller als jedes Smartphone; der Freude an den einfachen Dingen, der Unbeschwertheit, die das Gebet gibt.“ Oftmals unbewusst stellten sie jedoch die Frage nach Gott, und es sei Aufgabe einer jeden Neuevangelisierung, die Freude weiter zu geben, die wir „in der Person Jesu“ gefunden hätten, so Franziskus.

Gott zu treffen, bedeute, die Erfahrung einer Liebe zu machen, die niemals abflacht. Und dies, so brachte es Franziskus auf den Punkt, sei die zentrale Botschaft, die der Kirche anvertraut sei: „Gott ist Liebe. Jesus Christus liebt dich, er hat sein Leben gegeben, um dich zu retten, und jetzt lebt er jeden Tag an deiner Seite.“ Diese Botschaft sei die „erste überhaupt“, so der Papst, der sich beeilte hinzuzufügen, dass dies nicht bedeute, dass sie von danach folgenden Botschaften überdeckt werden könne: „Es ist die erste, was ihre Qualität betrifft, denn es ist die Hauptverkündigung, die man immer wieder auf verschiedene Weise anhören muss und die man immer wieder verkündigen muss.“

Begegnung hilft, im Glauben zu wachsen

Zwar nähre sich das Glaubensleben von der Begegnung mit Jesus, doch „alles im Leben, was Begegnung ist“, helfe dabei, im Glauben zu wachsen, betonte Franziskus zum Schluss seiner Ansprache und gab den Audienzteilnehmern einige Beispiele mit auf den Weg: 

„Sich denen nähern, die bedürftig sind, Brücken bauen, denen dienen, die leiden, sich um die Armen kümmern, ,mit Geduld salben‘, wer uns nahe steht, die ermutigen, die entmutigt sind, die segnen, die uns Böses tun: so werden wir lebende Zeichen für die Liebe, die wir verkünden.“

(vatican news - cs)

21 September 2019, 16:34