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Papst Franziskus grüßt Papst Franziskus grüßt  (AFP or licensors)

Franziskus wünscht Waldensern und Methodisten gute Synode

Papst Franziskus hat der Union der methodistischen und waldensischen Kirchen zur Eröffnung ihrer Synode seine „brüderliche Nähe und die der ganzen katholischen Kirche“ versichert. In seiner Grußbotschaft lud er zur Fortsetzung des gemeinsamen ökumenischen Weges „in gegenseitigem Verständnis und Zusammenarbeit“ auf.

Der Vatikan veröffentlichte das Schreiben des Papstes an die reformierte Kirchenversammlung in der Nähe von Turin an diesem Sonntag. „Ich bete für Sie alle, damit Sie in diesen Tagen der Begegnung, des Gebets und des Nachdenkens die lebendige Erfahrung des Heiligen Geistes machen können, der dem christlichen Zeugnis Seele und Kraft gibt“, schrieb Franziskus.

Er schließe sich dem Gebet der Methodisten und Waldenser um einen ökumenischen Geist zwischen den Christen an, „ebenso wie um eine wachsende Gemeinschaft zwischen unseren Kirchen“. Gemeinsam, fuhr der Papst fort, könnten die Nachfolger Christi Antwort auf die Leiden vieler Menschen geben, vor allem der Ärmeren und Schwächeren, „und so Gerechtigkeit und Frieden fördern.“

Zeichen der Freundschaft

Papst Franziskus hat in seiner gut sechsjährigen Amtszeit viele Zeichen der Freundschaft an die Waldenser ausgesandt. In Turin besuchte er 2015 nicht nur das dort aufbewahrte Grabtuch Jesu, sondern auch die Hauptkirche der Waldenser und bat die Angehörigen dieser evangelischen Kirche um Vergebung für die Verfolgungen in der Vergangenheit. Die katholische Kirche habe sich in der Geschichte unchristlich und inhuman verhalten, sagte Franziskus bei diesem Anlass. Es war der erste Besuch eines Papstes in einem waldensischen Gotteshaus. 2015 schickte Franziskus auch erstmals eine Grußbotschaft an die Synode der Waldenser und Methodisten.

Die Synode

Die jährliche Synode der methodistischen und waldensischen Kirchen hat an diesem Sonntagnachmittag in Torre Pellice bei Turin begonnen. 180 Delegierte, Pastoren und Laien in gleicher Zahl, beraten in den kommenden fünf Tagen über Themen wie Religionsfreiheit, die Beziehungen zwischen Kirchen und Staat, Ökumene und interreligiöse Dialog, hieß es in einer Mitteilung. Die eröffnende Prozession zum Tempel sowie die Predigt war der lokalen Waldenserpredigerin Erica Sfredda anvertraut.

Aus Österreich ist laut Gästeliste Mario Fischer als Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa vertreten, aus Deutschland unter anderem Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, und aus der Schweiz Ulrich Knoepfel vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund.

Wer sind die Waldenser?

Die Waldenser wurden von dem Lyoner Kaufmann Petrus Waldes (1140-1206) gegründet. Im Sinn der Christusnachfolge betonen sie das Gebot der Armut, besonders für Amtsträger. Die Päpste unterdrückten die Anhänger dieser frühen evangelikalen Glaubensgemeinschaft über Jahrhunderte als Häretiker. Nach eigenen Angaben zählen die Waldenser heute weltweit rund 100.000 Mitglieder, viele davon in Italien. In Rom betreiben sie eine Theologische Fakultät unweit des Vatikans.

(vatican news – gs)

25 August 2019, 15:30