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Papst Franziskus bei der Frühmesse Papst Franziskus bei der Frühmesse  (Vatican Media)

Frühmesse: Nein zu beschämten Christen, Ja zu freudigen Gläubigen

Sich nicht der Begegnung mit dem Herrn schämen und sich nicht vom „Fest des Volkes“ entfernen, das die Nähe Gottes feiert: diese zwei Überlegungen bildeten den roten Faden der Predigt von Papst Franziskus in der Casa Santa Marta an diesem Dienstag.

Mario Galgano und Adriana Masotti – Vatikanstadt

Ein Christ kann nur dann vorwärts gehen, wenn er die Frohe Botschaft mit Freude lebt. Daran erinnerte der Papst in seiner Homilie. Es sei eine Freude, die sich beispielsweise „bei Tisch mit der Familie“ oder beim „Beisammensein mit Freunden“ fortsetzen müsse. Franziskus ließ sich von der Ersten Lesung inspirieren, die dem zweiten Buch Samuel entnommen ist. Darin wird über David und das Volk Israel berichtet, das die Rückkehr der Bundeslade nach Jerusalem feiert.

„Es war ein Fest, weil es um die Freude des Volkes Gottes ging, da Gott mit ihnen war“, erläuterte der Papst. „Und David? Er tanzt. Er tanzt vor dem Volk, drückt seine Freude aus ganz ohne Scham; es ist die geistliche Freude über die Begegnung mit dem Herrn: Gott ist zu uns zurückgekehrt, und das macht uns Freude. David glaubt nicht, dass er der König ist und dass der König vom Volk getrennt, distanziert sein muss... David liebt den Herrn, er freut sich darüber, die Lade des Herrn zu bringen. Er drückt dieses Glück, diese Freude aus, indem er tanzt und singt wie es alle Menschen tun.“

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Franziskus wies dann darauf hin, dass es auch uns passieren könne, Freude zu empfinden, „wenn wir beim Herrn sind“. Das könne Menschen passieren, „die vielleicht in der Pfarrei oder in den Dörfern feiern“, so der Papst.

Davids Frau schämt sich ihres Mannes

Im Buch Samuel wird dann noch die Rückkehr Davids nach Hause beschrieben. Seine Ehefrau habe sich des Tanzes ihres Mannes geschämt. Es sei aber nicht einfach nur ein Fremdschämen gewesen. Der Papst ging genauer darauf ein:

„Es war eine Verachtung der wahren Religiosität, der spontanen Freude darüber, den Herrn getroffen zu haben. Und David erklärt ihr deshalb, dass es einen bestimmten Grund zur Freude gab. Es war die Freude im Herrn, denn sie hatten ja die Arche nach Hause gebracht. Trotzdem verachtet sie ihn. Und in der Bibel steht, dass diese Frau - ihr Name war Michal - deshalb keine Kinder hatte. Der Herr hat sie bestraft. Wenn ein Christ ohne Freude ist, dann ist dieser Christ nicht fruchtbar; wenn unsere Herzen ohne Freude sind, dann gibt es keine Fruchtbarkeit.“

Feiern im religiösen Sinne drücke sich nicht nur spirituell, sondern auch durch das gemeinsame Teilen, so Papst Franziskus in der Frühmesse. Auch sein Vorgänger Paul VI. habe in seinem Apostolischen Schreiben „Evangelii nuntiandi“ über diese Freude geschrieben. Franziskus fasste den Gedankengang Paul VI. wie folgt zusammen:

„Die Kirche wird nicht voranschreiten, das Evangelium wird nicht mit langweiligen, verbitterten Evangelisierern voranschreiten. Nein. Es wird nur mit frohen Evangelisierern weitergehen; mit Menschen, die voller Leben sind: Sie teilen die Freude darüber, das Wort Gottes zu empfangen; die Freude, Christen zu sein; die Freude, vorwärts zu gehen; die Fähigkeit, zu feiern, ohne sich zu schämen und nicht wie die Frau Davids zu sein: formelle Christen, christliche Gefangene der Formalitäten.“

(vatican news)

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Ein paar Eindrücke von der Frühmesse mit Franziskus
28 Januar 2020, 11:45
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