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Papst Franziskus Papst Franziskus 

Frühmesse: Neid und Eifersucht töten

In seiner Predigt an diesem Freitagmorgen ging Papst Franziskus in der Casa Santa Marta auf die Lesung aus dem Buch Samuel ein, in der es um die Eifersucht des Königs geht. Nach dem Sieg Davids über die Philister hatten die Siegesgesänge David mehr getötete Feinde zugeschrieben, als König Saul selbst.

Claudia Kaminski - Vatikanstadt

Damit habe in Saul, so Franziskus, „die Unruhe der Eifersucht“ begonnen und „wie ein Holzwurm“ in seinem Inneren genagt. Daher habe Saul David töten wollen. Der Papst knüpfte daran an: „Auch wir tun dies, wenn Neid und Eifersucht aufkommen, o ja! Jeder von uns denkt: ,Warum ekelt mich diese Person an? Warum will ich jene Person nicht einmal sehen? Weil der andere dies und das usw....' Überlegt einmal, warum. Oft werden wir nach dem Warum suchen und feststellen, dass es unsere Fantasien sind. Fantasien, die aber mit meinem Geschwätz selbst wachsen. Und am Ende ist es eine Gnade Gottes, wenn der Eifersüchtige sich in einer Situation wiederfindet, wie sie Saul erlebt hat: Eifersucht zerplatzt wie eine Seifenblase, denn Eifersucht und Neid haben keinen Bestand.“

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Auch die Zunge tötet

Eifersüchteleien, so der Pontifex, seien wie Kriminelle, die immer versuchten, zu töten. Denn auch „mit der Zunge, mit Verleumdung“ könne man töten, betonte Papst Franziskus. Der „Neidhammel“ spreche mit sich selbst und verkenne die Realität. Nur das klare Verhalten Davids habe ihm die Augen öffnen können. Gott wollte, so Papst Franziskus, Saul retten und so gab er ihm die Gnade, seine rasende Eifersucht zu erkennen und umzukehren.

Franziskus ging dann auf die Passage der Lesung ein, in der von der Begegnung Davids und Sauls in der Höhle die Rede ist. Gott habe Sauls Leben hier in Davids Hände gegeben, so der Papst: als der König seine Notdurft in einer Höhle erledigte, schnitt David ihm unbemerkt ein Stück des Mantels ab. David selbst werde hier in Versuchung geführt, weil seine Freunde ihm sagen, er solle das ausnutzen.

Neid dringt wie ein Wurm ins Herz

Doch David weigert sich und bekräftigt, dass er nie Hand an seinen König legen würde. Darin, so Franziskus, sehe man „Davids Großmut im Vergleich zu Sauls mörderischer Eifersucht.“ Als David dem König dann sagt, er habe ihn umbringen können, es aber aus Treue nicht getan, zerplatzt, so Franziskus, Sauls Eifersucht wie eine Seifenblase.

Mit Blick auf Neid und Eifersucht mahnte der Papst: „Seien wir vorsichtig, denn diese sind wie ein Wurm, der in die Herzen von uns allen eindringt - von uns allen! - Dies führt dazu, dass wir die Menschen falsch einschätzen, weil es im Inneren einen Wettbewerb gibt: Er hat etwas, was ich nicht habe. Und so beginnt der Wettbewerb. Sie führt uns dazu, dass wir Menschen wegwerfen, sie führt uns in einen Krieg; einen häuslichen Krieg, einen Nachbarschaftskrieg, einen Krieg um Arbeitsplätze. Der Ursprung, der Same, aus dem der Krieg entsteht, sind Neid und Eifersucht.“

„Bitten wir um ein Herz, das nur Gerechtigkeit sucht“

Abschließend gab Franziskus Hinweise für das persönliche Gebet, um die richtige Lehre daraus zu ziehen: „Bitten wir den Herrn um die Gnade, ein so offenes Herz wie David zu haben. Ein offenes Herz, das nur Gerechtigkeit sucht, das den Frieden sucht. Ein freundliches Herz, ein Herz, das niemanden töten will. Denn: Eifersucht und Neid töten!“

(vatican news)

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24 Januar 2020, 12:26
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