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Ökumenischer Gottesdienst vor der konstituierenden Sitzung des Bundestages in der St. Marienkirche in Berlin. Gekommen waren etwa Alterspräsident Wolfgang Schäuble,  Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier  und die scheidende Kanzlerin Angela Merkel Ökumenischer Gottesdienst vor der konstituierenden Sitzung des Bundestages in der St. Marienkirche in Berlin. Gekommen waren etwa Alterspräsident Wolfgang Schäuble, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die scheidende Kanzlerin Angela Merkel 

D: Ökumenischer Gottesdienst vor 1. Bundestagssitzung

Vor der konstituierenden Sitzung des Deutschen Bundestags an diesem Dienstag haben neue und scheidende Mitglieder einen ökumenischen Gottesdienst in Berlin gefeiert. Aus der ersten Reihe der möglichen Ampelkoalition kam kaum einer in die evangelische Marienkirche in Berlin-Mitte. Vertreten waren hingegen die scheidende Kanzlerin Angela Merkel, Alterspräsident Wolfgang Schäuble sowie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der am Montag noch in Rom Papst Franziskus getroffen hatte.

Insgesamt waren rund 150 Parlamentarier und Bundestags-Mitarbeiter zu dem traditionellen ökumenischen Gottesdienst gekommen. 

In seiner Begrüßung ermutigte Prälat Karl Jüsten, Leiter des Katholischen Büros in Berlin, neugierig in die nahe Zukunft zu schauen. Mit der neuen Legislaturperiode des Bundestages verbänden alle die Hoffnung, dass „die vor uns liegenden Herausforderungen zum Wohle aller angegangen werden.“ Prälat Jüsten fügte hinzu: „Es liegt an uns, in Staat, Kirche und Gesellschaft, in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, ja an jedem Ort in unserem Land zu säen und so zum guten Gedeihen unseres Landes beizutragen, dass Großes wachse, Wohlergehen und Frieden herrschen mögen."  Dazu könne gerade auch das Parlament – die Regierungs- genauso wie die Oppositionsfraktionen – durch „gute Initiativen, Debatten, Anhörungen, Beratungen" beitragen.

„Es liegt an uns, in Staat, Kirche und Gesellschaft, in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, ja an jedem Ort in unserem Land zu säen und so zum guten Gedeihen unseres Landes beizutragen, dass Großes wachse, Wohlergehen und Frieden herrschen mögen“

Christen seien zum guten Handeln berufen und wollten am Reich Gottes mit bauen, „indem wir im Sinne des Evangeliums unser Land gestalten, Sicherheit erstreben, die Schöpfung bewahren, die Sorgen und Nöte der Menschen in unserem Land, in Europa, in der Einen Welt ernst nehmen, Gerechtigkeit bewirken, Entwicklung befördern und Bildungschancen mehren“, so der Leiter des Katholischen Büros in Berlin laut einer Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz.

Prälat Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), erinnerte in seiner Predigt daran, dass große Aufgaben vor den neuen Bundestagsabgeordneten lägen: „Unser Land braucht eine Transformation, damit unser Planet bewohnbar bleibt. Unsere Gesellschaft muss zusammengehalten werden. Die Herausforderungen durch die Digitalisierung sind zu bewältigen. Und dann ist da die hohe Arbeitsbelastung: Eng getaktet sind Gespräche und Sitzungen, manchmal bis zum frühen Morgen.“ Dabei bedürften auch und gerade Menschen in politischer Verantwortung der Fürbitte." Er versicherte alle Parlamentarier, dass regelmäßig für sie gebetet werde, auf dass ihre Arbeit gelingen möge. 

Nöte der Corona-Zeit

Prälat Dutzmann erinnerte auch an besonders schwierige Situationen aufgrund der Covid-19 Pandemie: „Die Parlamentarier – viele von Ihnen erinnern sich – wurden in ihren Wahlkreisen damit konfrontiert, dass viele Menschen an Covid-19 erkrankten oder gar starben. Ihre Not bestand in dem Konflikt, sich einerseits schützend vor die ihnen anvertrauten Menschen stellen und dazu andererseits die Freiheitsrechte anderer Menschen einschränken zu müssen. Ein Konflikt, den die Abgeordneten, als sie sich vor fast vier Jahren auf ihrem Platz im Reichstagsgebäude niederließen, kaum vorausgeahnt haben dürften.“

„Ihre Not bestand in dem Konflikt, sich einerseits schützend vor die ihnen anvertrauten Menschen stellen und dazu andererseits die Freiheitsrechte anderer Menschen einschränken zu müssen“

Der  EKD-Vertreter erinnerte zugleich daran, dass Christen auch bei Herausforderungen nicht verzagen sollten: „Der Name Jesus steht schließlich für eine Hoffnung, die selbst der Tod nicht zerstören kann. Die Hoffnung, dass es gut ausgeht – mit uns und mit dieser Welt.“

Hintergrund

30 Tage nach der Wahl kam an diesem Dienstag erstmals der neue Bundestag zusammen und nahm seine Arbeit auf. In der konstituierenden Sitzung wurde die Geschäftsordnung – also die Regeln für seine Arbeit – beschlossen und vor allem ein neues Präsidium gewählt. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble eröffnete nach dem Ökumenischen Gottesdienst die erste Sitzung des neu gewählten Bundestags. 

(pm/kna- sst)

26 Oktober 2021, 13:13