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Seepromenade in Locarno im Kanton Tessin Seepromenade in Locarno im Kanton Tessin  (ANSA)

Schweiz: Verfahren gegen Ex-Generalvikar von Lugano eingestellt

Die Staatsanwaltschaft des Südschweizer Kantons Tessin hat das Verfahren gegen den ehemaligen Generalvikar des Bistums Lugano eingestellt. Das meldet die Nachrichtenagentur kath.ch. Der Priester verzichtet dennoch auf sein Amt im Domkapitel und seinen Lehrauftrag an der Theologischen Fakultät.

Die strafrechtliche Untersuchung gegen Azzolino Chiappini (80) sei abgeschlossen, berichtet kath.ch. Die Vorwürfe gegen den ehemaligen Generalvikar der Diözese Lugano hätten sich nicht erhärten lassen, teilte die Tessiner Staatsanwältin Pamela Pedretti am Mittwoch mit.

Drei Tage in Untersuchungshaft

Der ehemalige Professor für Theologie an der Universität Lugano war wegen des Verdachts auf Entführung, Nötigung und Körperverletzung durch Unterlassung im vergangenen November drei Tage in Untersuchungshaft. Die Vorwürfe hätten sich nicht erhärtet, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Azzolino Chiappini verzichtete auf eine Entschädigung durch den Staat als Folge des Strafverfahrens.

Auch wenn dem ehemaligen Generalvikar kein strafbares Verhalten nachgewiesen werden kann, möchte er sich zurückziehen. „Der Priester hat nach dem großen Medienrummel um seine Person entschieden, dass er auf alle bisher ausgeübten Ämter in der Diözese verzichten möchte, einschließlich der Lehrtätigkeit an der Fakultät von Lugano“, teilte Bistumssprecher Luca Montagner mit. Chiappini verzichte auch auf sein Amt im Domkapitel als „Arciprete“ („Erzpriester“).

Vorwurf: 48-jährige Frau gefangen gehalten

Anlass des Verfahrens war eine 48-jährige Frau finnischer Herkunft. Sie hatte keine gültige Aufenthaltsgenehmigung und wurde in verwahrlostem Zustand in Chiappinis Wohnung aufgefunden. Weder die Diözese Lugano noch Azzolino Chiappini wollten sich konkreter zum Fall äußern. Nach Recherchen von kath.ch soll die Frau an einer psychischen Erkrankung leiden und jeden Kontakt mit der Außenwelt abgelehnt haben, der Priester habe die Frau jedoch nicht eingesperrt. Warum der Geistliche keine Ärzte oder Sozialarbeiter kontaktiert habe, sei unklar, so das Schweizer Portal. 

(kath.ch – mg)

25 Februar 2021, 08:26