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Farn im Gebirge Farn im Gebirge  (ANSA)

Schweiz: Priester weist Vorwurf der Entführung und Nötigung zurück

Der Priester, der im Tessin über Jahre eine Frau bei sich zu Hause festgehalten haben soll, ist aufgrund seines Alters wieder frei, während die Ermittlungen gegen ihn andauern. Der Geistliche bestreitet alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe, teilte das Bistum Lugano mit.

Die Ermittlungen gegen den 80-jährigen Beschuldigten seien langwierig und nähmen ihren regulären Lauf, zitierte das Bistum eine Mitteilung der zuständigen Justizbehörde. Weitere Einzelheiten wollte die Kantonspolizei Tessin „wegen der besonderen Sensibilität des Falls“ nicht mitteilen. Das Bistum Lugano bestätigte aber, dass die Ermittler die näheren Umstände der Anwesenheit einer 48-jährigen Frau aus Finnland in der Wohnung des Priesters durchleuchten. Der Geistliche habe über seinen Rechtsanwalt Elio Brunetti alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Konkret geht es um den Verdacht auf Freiheitsberaubung, Nötigung, Körperverletzung und pflichtwidrige Unterlassung. Der Anwalt machte geltend, dass die Frau bei einer kürzlich erfolgten Untersuchung in der Notaufnahme keine Anzeichen auf physische oder psychische Nötigung gezeigt habe.

Bei einer Hausdurchsuchung vergangenen Freitag aufgrund eines Verdachts fanden die Beamten die Skandinavierin ohne Schweizer Aufenthaltstitel in der Wohnung des Priesters vor. Der Geistliche wurde vorübergehend festgenommen, für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Das Bistum hatte den Behörden uneingeschränkte Kooperation bei den Ermittlungen zugesagt.

Die Theologische Fakultät von Lugano (FTL), an der der beschuldigte Priester lange Jahre gelehrt hatte, brachte ihre Wertschätzung für den Prälaten zum Ausdruck. Man sei „zutiefst überrascht und betrübt über die Situation", teilte die Fakultät mit. Sowohl das Zivil- als auch das Kirchenrecht forderten dazu auf, „die Arbeit der Justiz zu respektieren und keine Schlussfolgerungen zu ziehen, wenn die Nachprüfungen fehlen, die nur die zuständigen Behörden durchführen können.”

(vatican news/kath.ch/pm – gs)

24 November 2020, 17:59