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Annette Schavan 2018 mit Papst Franziskus Annette Schavan 2018 mit Papst Franziskus 

D: „Nicht nur über Schließung von Fakultäten reden“

Die ehemalige Bundeswissenschaftsministerin und Vatikanbotschafterin Annette Schavan sieht einen wachsenden Bedarf an theologischem Wissen und Denken in Deutschland.

Das führt sie in einem neuen Buch mit dem Titel „geistesgegenwärtig sein. Anspruch des Christentums“ aus, das an diesem Montag erschienen ist.

Die CDU-Politikerin betont, dass Theologie als Teil der Tradition der europäischen Universität neben der Ausbildung für kirchliche Berufe auch eine Rolle in einem umfassenden Bildungskonzept habe. Daher dürfe die Diskussion um die Zukunft der akademischen Theologie auch nicht nur mit Blick auf eine Schließung von Fakultäten geführt werden.

„Gesprächspartnerin für alle Fakultäten“

Der Aspekt der Berufsbildung habe zwar bisher in den staatskirchenrechtlichen Vereinbarungen zur Errichtung theologischer Fakultäten im Mittelpunkt gestanden. Mit dem ständigen Rückgang an Studierenden, auch im Bereich der angehenden Religionslehrer, werde aber zunehmend der Aspekt der umfassenden Bildung wichtiger.

Schavan spricht sich dafür aus, bei der Weiterentwicklung der akademischen Theologie Zentren mit Schwerpunkten einzurichten, „die die Theologie zu einer attraktiven Gesprächspartnerin für alle Fakultäten und zu einem inspirierenden Angebot im allgemeinen Bildungskonzept der Universität“ werden lässt.

Zusammenarbeit der Konfessionen „zwingend“

Neben Angeboten wie Ethik und Lebenskunde sollten auch „ausgewählte religionsphilosophische Themen und damit verbundene klassische Fragestellungen“ in die schulischen Lehrpläne aufgenommen werden. „Jedenfalls scheint das fundierter und attraktiver zu sein als die Reduzierung der Inhalte des früheren Religionsunterrichts auf Ethik“, so Schavan.

Auch im christlichen Religionsunterricht sei angesichts sinkender Schülerzahlen in Zukunft eine Zusammenarbeit der Konfessionen „zwingend“.

(katholisch.de – sk)
 

09 Februar 2021, 12:46