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D: Erzbistum Köln verlängert Reform-Debatte

Die Debatte über die Pfarreireform im Erzbistum Köln wird verlängert. Das teilte Generalvikar Markus Hofmann jetzt mit. Weil das Thema mehr Zeit zur Überlegung und Diskussion brauche, werde die eigentlich für den 23. Januar anberaumte Sondersitzung des Pastoralrates „nicht in geplanter Form stattfinden“. Der Pastoralrat ist das wichtigste Beratungsgremium des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki.

Die Beratung zum sogenannten „Zielbild 2030“ wird somit auf die zweite Jahreshälfte 2021 vertagt, um eine „Entschleunigung“ der weiteren Beratungen zu ermöglichen, heißt es auf der Internetseite des Erzbistums. Damit verbinde sich auch die Hoffnung, die Ergebnisse einer „AG Pfarreistruktur“ und das „Zielbild 2030“ in der zweiten Jahreshälfte „wieder in Präsenzsitzungen besprechen“ zu können.

Gleichzeitig soll der Austausch mit den einzelnen Mitgliedern des diözesanen Pastoralrates in den kommenden Wochen und Monaten vertieft und erweitert werden. Woelki hat daher die Ratsmitglieder zu einem persönlichen Gespräch und Dialog ins Erzbischöfliche Haus eingeladen. Diese Treffen sollen, soweit entsprechend der aktuellen Corona-Vorgaben möglich, in kleinen Gruppen den direkten Austausch stärken.

Mehr Zeit für Detailarbeit an den Modellen für zukünftige Pfarreistruktur

Seit der letzten Sitzung des zentralen Beratungsgremiums des Kölner Erzbischofs hatten sich zahlreiche Wortmeldungen aus den Seelsorgebereichen und Gremien des Erzbistums dafür ausgesprochen, den Überlegungen zu den Vorschlägen der Arbeitsfelder, insbesondere zum angedachten Pfarreiwerdungsprozess, mehr Raum und Zeit zu geben.

Die Arbeitsgruppe Pfarreistruktur unter der Leitung von Weihbischof Ansgar Puff hat erste Ergebnisse formuliert, wie ein alternatives Modell für die Neugestaltung der Pastoralen Räume aussehen könnte. Eine weitere intensive Detailarbeit ist nun notwendig, um einen Vergleich der Vor- und Nachteile der verschiedenen Entwürfe und damit eine sachgerechte Beratung im Diözesanpastoralrat zu ermöglichen.

Das „Zielbild“ sieht bislang vor, dass bis 2030 aus den heute 180 Seelsorgebereichen mit insgesamt rund 500 meist kleineren Pfarreien etwa 50 bis 60 Großpfarreien entstehen. Grund für die neue Struktur ist unter anderem die rückläufige Zahl an Mitgliedern und Priestern. Eine Reihe von Pfarrgemeinden und Geistlichen kritisieren diese Pläne. Auch die Missbrauchsaufarbeitung der Erzdiözese hat nach der Nichtveröffentlichung eines Gutachtens zu erheblichem Unmut an der Kirchenbasis geführt.

Sondierungsphase im Bistum Trier

Derweil geht auch im Bistum Trier die Pfarreienreform weiter. Genauere Kenntnisse der Situationen in den zukünftigen Pastoralen Räumen zusammentragen, um die jeweils passenden Entwicklungsschritte gemeinsam vorzubereiten: Darum geht es jetzt nach Auskunft des Bistums in der sogenannten „Sondierungsphase“. Sie dauert bis 30. Juni 2021. Danach werden die vereinbarten Schritte Zug um Zug in den Pastoralen Räumen und Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften umgesetzt. Die Fusionen der Pfarreien und Kirchengemeinden sind Aufgabe der Ende 2021 neu zu wählenden Gremien.

Das Bistum hatte im November ein neues Konzept für die Pfarreienreform vorgestellt, nachdem der Vatikan ein Jahr zuvor die ursprünglichen Pläne gestoppt hatte. Nun soll es im ältesten Bistum Deutschlands künftig ein Modell mit zwei Ebenen geben, mit höchstens 172 Pfarreien und dazu 35 Seelsorgeräumen.

Bisher sind die 887 teilweise sehr kleinen Pfarreien bereits in 172 Verbünden organisiert. Die 35 ergänzenden Seelsorgeräume sollen in den Grenzen der ursprünglich geplanten Großpfarreien entstehen und die Dekanate ablösen. Ab Januar 2022 sollen die ersten Pfarreien fusionieren können. Insgesamt gibt sich das Bistum für die Umsetzung Zeit bis 2025.

(bistümer köln und trier – sk)
 

20 Januar 2021, 11:57