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Migranten auf Lesbos  Migranten auf Lesbos   (AFP or licensors)

Schweiz: Neuausrichtung der Migrationspastoral

Die katholische Kirche des Alpenlandes will ihre Migrationspastoral neu ausrichten. Damit will sie Kirche als „Gemeinschaft in Vielfalt“ stärken und auf den Zustrom neuer Migranten reagieren.

Paradigmenwechsel in der Migrationspastoral

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) präsentierten am Montag ein Gesamtkonzept zur Neuausrichtung. Das Papier sei Grundlage eines „Paradigmenwechsels für die Ausrichtung, Organisation und Finanzierung der Migrationspastoral in der katholischen Kirche“, kündigte die Schweizer Kirche an. Katholische Migrantinnen und Migranten, die heute in die Schweiz kämen, seien „nicht nur vielsprachiger, sondern in jeder Hinsicht vielfältiger“. Das mache eine „Weiterentwicklung der Seelsorge in Richtung einer interkulturellen Pastoral“ notwendig.

Interkulturelle Pastoral notwendig

Hintergrund der Neuausrichtung ist die veränderte Situation der Migranten, die heute in die Schweiz kommen. Sie kämen aus der ganzen Welt und seien oftmals „in mehr als einer Kultur heimisch“. Zudem seien sie nicht allein als Arbeitsmigranten, sondern oftmals „als Geflüchtete, Familien oder für Bildungszwecke“ in der Schweiz. Manche lebten seit Generationen in dem Alpenland, seien aber weiterhin in der religiösen Kultur ihres Herkunftslandes beheimatet. Andere seien erst wenige Jahre da und hätten keinen geregelten Aufenthaltsstatus. Insgesamt hätten heute rund 40 Prozent der etwa drei Millionen Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz einen Migrationshintergrund.

Stärkung und Entwicklung lokaler Strukturen

Vor diesem Hintegrund will die Schweizer Kirche unter anderem kirchliche Sprachgemeinschaften stärken, die neu Ankommende aufnehmen und in der Integration unterstützen. Bestehende Strukturen sollen weiterentwickelt und lokalen Instanzen vermehrt Kompetenzen und Verantwortung übergeben werden, um die Sprachgemeinschaften und die Ortsseelsorge zu fördern.

„Durch das vermehrte Miteinander von Ortskirche und anderssprachigen Gemeinschaften wird die Kirche Schweiz inspiriert und bereichert; sie wird vielfältiger und farbiger.“

Mit der Umsetzung der Neuausrichtung wird auf nationaler Ebene die Dienststelle migratio betraut. „Durch das vermehrte Miteinander von Ortskirche und anderssprachigen Gemeinschaften wird die Kirche Schweiz inspiriert und bereichert; sie wird vielfältiger und farbiger“, lobte der Nationaldirektor von migratio, Karl-Anton Wohlwend. „Ich freue mich auf die Umsetzung dieses Konzeptes und die Impulse, die von ihm ausgehen werden.“
 
(pm – pr)
 

15 Dezember 2020, 11:00