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Aleppo im Februar 2019 Aleppo im Februar 2019  (AFP or licensors)

Caritas Schweiz: „Ungenutzte Mittel“ in Syrien einsetzen

Die Privatwirtschaft und Bundesrat Cassis werden von Caritas Schweiz aufgefordert, sich für Hilfe und Investitionen in Syrien und dessen Nachbarländern bereit zu machen. Der Bund soll für die langfristige Wiederaufbauhilfe Gelder freimachen, die als „ungenutzte Mittel“ der Entwicklungshilfe bereitliegen, sagte Caritas-Direktor Hugo Fasel.

Fasel habe bereits Gespräche mit Vertretern der Privatwirtschaft, etwa aus dem Baugewerbe geführt. Diese hätten ihm bedeutet, alleine würden sie sich nicht auf Investitionen in Syrien und den Nachbarländern Libanon und Jordanien einlassen. Wenn aber der Bund ein Gesamtpaket schnüre, dann würden sie sich anschließen.

Das Hilfswerk habe Verbindungen zu Organisationen in den drei genannten Ländern und könne auf diese Weise helfen, die Schweizer Beteiligung am Wiederaufbau anzukurbeln, so Fasel weiter. Der Leiter des Bereichs Politik und Public Affairs beim Hilfswerk, Martin Flügel, erklärte, nun müsse man über die Nothilfe hinausgehen und an die Zukunft denken.

Earn and learn

Die Schweiz könne während mindestens zehn Jahren jährlich 20 Millionen Franken (etwa 17,6 Millionen Euro) für Berufsbildungsinitiativen frei machen. Die „Hilfe zur Selbsthilfe“ solle nach dem Prinzip „earn und learn“ (Verdiene und lerne) erfolgen. Arbeit und Einkommen sollten es den Menschen vor Ort ermöglichen, das Land langfristig wiederaufzubauen, in welchem heute wegen des acht Jahre dauernden Krieges die ausgebildeten Berufsleute fehlten.

Weil in Syrien bereits wieder einiges funktioniere, konzentriert Caritas Schweiz seine Hilfe nun auf die Auszahlung von Bargeld. Mit dem Geld, das die Leute erhielten, könne die humanitäre Hilfe „viel effektiver greifen“. Heute könnten die Leute, die während des Krieges zum Überleben ihre Ersparnisse aufbrauchten, mit dem Geld des Hilfswerks wieder auf dem Markt einkaufen. Das werfe den Landwirtschaftssektor wieder an, erklärt die Leiterin Katastrophenhilfe bei Caritas Schweiz, Mandy Zeckra.

Bisher gibt Schweiz immer weniger 

Beim Wiederaufbau des Bausektors habe die Schweiz die Möglichkeit, ihre Erfahrungen einzubringen. Das Geld stehe zur Verfügung, erklärt Hugo Fasel. Die Ausgaben der Schweiz für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit seien in den letzten Jahren laufend gesunken.

Darum ruft der Hilfswerk-Direktor den Schweizer Außenminister, Bundesrat Ignazio Cassis, auf, diese „ungenutzten Mittel im Umfang von fast einer halben Milliarde Franken (etwa 440 Millionen Euro)“ beim Finanzdepartement einzufordern und sie in Syrien, im Libanon und in Jordanien einzusetzen.

(kath.ch – ap)

 

26 April 2019, 11:41