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Gespräche sind wichtig für deutsch-polnische Beziehungen: Kardinal Marx (München) mit Polens Ex-Präsident Lech Walesa im August 2018 Gespräche sind wichtig für deutsch-polnische Beziehungen: Kardinal Marx (München) mit Polens Ex-Präsident Lech Walesa im August 2018  (ANSA)

Erzbischof: Mit Polen im Gespräch bleiben

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch freut sich über das Engagement von polnischen Zuzüglern in den Pfarreien auf der deutschen Seite der Grenze. „Die polnischen Katholiken sind ein besonderer Akzent in unseren Gemeinden“, sagte er in einem Zeitungsinterview, das am Samstag veröffentlicht wurde.

„Es ist gut, dass sich die Christen aus Polen den einheimischen Gemeinden anschließen. Sie schicken ihre Kinder in den Religionsunterricht, besuchen deutschsprachige Gottesdienste, bereichern uns aber auch durch ihre Traditionen.“

Das Verhältnis zu den drei katholischen Nachbarbistümern in Polen sei „richtig gut“, so Erzbischof Koch. „Es gibt einen regelmäßigen Austausch und Besuche, nicht nur unter uns Bischöfen. Mir liegt sehr viel an diesen Beziehungen, gerade weil die politischen Beziehungen zu Polen derzeit nicht unproblematisch sind.“

Ein gutes Verhältnis „auf der Ebene des persönlichen Miteinanders“ könne im Lauf der Zeit vielleicht auch zu einer „politischen Entspannung“ führen, hofft Koch. „Es geht darum, im Gespräch zu bleiben, ohne Dinge unter den Teppich zu kehren. Unterschiedliche Positionen müssen klar und deutlich benannt werden. Es muss aber deutlich werden, dass wir trotzdem beieinander bleiben.“

Missbrauch: Studie „hat uns wachgerüttelt“

Schockiert zeigte sich Koch in dem Zeitungsgespräch über das Ausmaß der Missbrauchsskandale innerhalb der Kirche. Die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene Studie dazu „hat uns wachgerüttelt“. „Wir haben uns sehr konzentriert die Frage gestellt, was machen wir jetzt. Gerade heute hatte ich wieder ein Gespräch mit einem Menschen, der vor Jahrzehnten Opfer sexuellen Missbrauchs geworden ist. So etwas wühlt mich auf.“

Nach Angaben von Erzbischof Koch ist sein Erzbistum „schon seit 2010 und dem Bekanntwerden der Fälle am Canisius-Kolleg mit Aufarbeitung beschäftigt“. „Aber wir sind weiter dabei, zu suchen, was wir noch tun müssen. Wir haben kürzlich alle Seelsorgerinnen und Seelsorger des Bistums eingeladen und uns einen halben Tag lang mit diesem Thema beschäftigt. Es geht darum, das Thema Missbrauch und auch das Thema Prävention im Gespräch zu halten, Wege zu finden, dass Missbrauch künftig von niemandem mehr vertuscht werden kann.“

(märkische oderzeitung online – sk)
 

23 Dezember 2018, 10:37