Beta Version

Cerca

Vatican News
Deutschland Deutschland 

D: Berlins Erzbischof verteidigt Kathedralumbau

Vor der umbaubedingten Schließung der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale hat Erzbischof Heiner Koch erneut für das umstrittene Projekt geworben. Ziel der Umgestaltung sei, „die Versammlung der Gläubigen um Christus sichtbar und erfahrbar zu machen“, sagte Koch in einem Interview der „Berliner Zeitung“ (Donnerstag).

Deshalb werde die zentrale Bodenöffnung mit Treppe zur Unterkirche geschlossen und der Altar in die Mitte der Rundkirche gestellt. Vor allem dies stößt bei Kritikern im Erzbistum und in der Denkmalpflege auf Kritik. Sie fordern den Erhalt der bestehenden Raumfassung, die der Architekt Hans Schwippert (1899-1973) beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg schuf.

 

Letzter Gottesdienst an diesem Freitag

 

An diesem Freitag findet in der Kathedrale der letzte Gottesdienst vor den auf fünf Jahre veranschlagten Arbeiten statt. Koch betonte, vor seiner Entscheidung zu einem solchen Umbau habe er die zentralen Gremien und Räte des Erzbistums zu ihrer Meinung befragt. „Diese Voten sind fast ausschließlich zustimmend, teilweise sogar einstimmig“, so der Erzbischof. Eine bloße Reinigung der Kathedrale „hätte die Chancen zur liturgischen und spirituellen Weiterentwicklung des Raums ungenutzt verstreichen lassen“. Die Kathedrale sei die einzige deutsche Bischofskirche in Gestalt eines Rundbaus, erklärte Koch. Er wolle, „dass die innere Raumgestaltung und die Liturgie diese Besonderheit der Kathedrale konsequent aufgreifen“.

 

Liturgischen Anliegen des Architekten aufgreifen

 

Nach dem Studium von Schwipperts Aufzeichnungen sei er „tief überzeugt, dass wir seine liturgischen Anliegen aufgreifen, deren Verwirklichung ihm damals noch verwehrt war“. Auch Schwipperts Entwurf sei ein radikaler Umbruch gewesen, „der von vielen heftig abgelehnt wurde“. Koch äußerte sich auch zu den Baukosten. Einschließlich des benachbarten Bernhard-Lichtenberg-Hauses werden sie auf 60 Millionen Euro veranschlagt. Vereinbart ist, dass sie zu jeweils einem Drittel vom Erzbistum, den anderen deutschen Bistümern sowie Bund und Land Berlin übernommen werden. „Wir bauen nur, was wir bezahlen können“, versicherte der Erzbischof. „Ein externes hoch qualifiziertes Controlling und ein Höchstmaß an Kostentransparenz sind Grundbedingung des Bauprojekts.“ Mit Blick auf Probleme des Baugrundes wie bei der Sanierung der benachbarten Staatsoper sagte Koch: „Wir haben umfangreiche Voruntersuchungen vorgenommen und werden nur gesicherte Bauschritte unternehmen.“

(kna – mg)

30 August 2018, 13:59