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Darum geht es: Leib und Blut Christi Darum geht es: Leib und Blut Christi  

D: Flickenteppich im Kommunionstreit?

Spannende Zeiten für die katholische Kirche in Deutschland: Nach der Veröffentlichung der Orientierungshilfe zur Frage des Kommunionempfangs für evangelische Ehepartner deuten sich sehr unterschiedliche Lösungen an.

Knapp ein Drittel der Bischöfe hat innerhalb weniger Tage nach der Veröffentlichung schon die Umsetzung des Schreibens „Mit Christus gehen – Der Einheit auf der Spur" angekündigt, schreibt katholisch.de in einer Analyse. 

Sehr unterschiedliche Regelungen

 

Dabei zeichne sich jetzt schon ab, dass die Regelungen sehr unterschiedlich ausfallen werden, da bisher nirgends geregelt sei, wie der Kommunionempfang für protestantische Ehepartner eigentlich aussehen solle. 

Nach einigen Wirren im Kommunionstreit hatte es aus Rom geheißen, dass man eine erneute und vertiefte Debatte wünsche; der von den Bischöfen im Februar mehrheitlich verabschiedete Entwurf konnte nur als Orientierungshilfe veröffentlicht werden. Das Papier solle den Ortsbischöfen bei einer eigenverantwortlichen Entscheidung helfen.

Paderborn, Hamburg und Magdeburg waren die Ersten

 

Paderborn, Hamburg und Magdeburg waren die ersten Diözesen, für die in der vergangenen Woche die Umsetzung der Orientierungshilfe angekündigt wurde - als Möglichkeit, wie es zu einem verantworteten Sakramentenempfang im Einzelfall kommen könne. Donnerstag und Freitag folgten in diesem Sinn Erfurt und München. Osnabrück und Münster haben angekündigt, noch bis zur Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda warten zu wollen. 

Besonders weit ging der neue Bischof von Würzburg, Jung - er sprach sich bei Gottesdiensten für Ehejubilare für eine allgemeine Einladung aus. Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg knüpfte bisher als einziger Bedingungen an den Kommunionempfang evangelischer Ehepartner. 


Pluralismus der Orientierungshilfe

 

Dabei ist dieser Pluralismus in der Orientierungshilfe durchaus angelegt, wie die Internetseite katholisch.de ausführt. Während das Dokument zum Beispiel nicht explizit den Glauben an alle Sakramente der katholischen Kirche fordert, sagt es auch nicht, dass dieser irrelevant sei. Unterstützer einer wenig freigiebigen Anerkennung von Einzelfällen können sich zudem auf das bisherige Lehramt und die geübte Praxis der Kirche stützen.

Feige: Widersprüchliche Lösungen nicht sehr glücklich

 

Noch am Dienstag hatte sich Ökumenebischof Feige zuversichtlich gezeigt, dass es in Deutschland nicht zu einem „Flickenteppich" unterschiedlicher Regelungen kommen wird. Die ersten Umsetzungen deuten hingegen an, dass die diözesanen Regelungen doch weiter auseinander gehen könnten, so katholisch.de. Damit wird sich auch die Bischofskonferenz weiter mit der Frage befassen müssen. Denn auch für Feige wäre eine Situation der widersprüchlichen Regelungen „nicht sehr glücklich".

(katholisch.de - ck)
 

07 Juli 2018, 09:48