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Prof. Mohammed Abu-Nimer, 41. Niwano-Friedenspreisträger (Foto: Niwano Peace Foundation) Prof. Mohammed Abu-Nimer, 41. Niwano-Friedenspreisträger (Foto: Niwano Peace Foundation) 

Konfliktlösungs-Forscher bekommt Niwano-Friedenspreis 2024

Der palästinensisch-amerikanische Professor für Konflikt-Forschung Mohammed Abu-Nimer wird mit dem japanischen Niwano-Friedenspreis geehrt. Der Muslim integriere auf ganzheitliche Weise „Bildung mit Konfliktlösung und friedensfördernden Maßnahmen, insbesondere durch sein tiefes Verständnis von Vergebung und Versöhnung im Islam und dessen wirksame Anwendung in der Praxis", erklärte die in Japan ansässige Niwano-Friedensstiftung am Dienstag.

„Angesichts des anhaltenden Konflikts in seinem Heimatland Israel/Palästina, der sich zu einem der verheerendsten Kriege in der Region ausgeweitet hat, glauben wir, dass es keinen passenderen und zeitgemäßeren Empfänger für den diesjährigen Niwano-Friedenspreis geben könnte", erklärte die Stiftung per Pressemitteilung weiter. Die Auszeichnung wird zum 41. Mal vergeben und ist mit einen Preisgeld von 20 Millionen Yen (umgerechnet 122.000 Euro) verbunden. Die Preisverleihung soll am 14. Mai in Tokio stattfinden. Der Preis ist nach dem Japaner Nikkyo Niwano (1906-1999) benannt, der die buddhistische Laienbewegung Rissho Kosei-Kai gründete und einer der nichtchristlichen Beobachter des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 - 1965) war.

Der Preisträger

Der diesjährige Niwano-Friedenspreisträger ist Sufi-Muslim und erlebte als palästinensischer Jugendlicher selbst, wie Identität oft zu religiösen Konflikten führte. Im Alter von 20 Jahren nahm er an einer Dialogschulung teil, die seinen Lebensweg prägte und zur Initiierung des muslimisch-jüdischen und israelisch-muslimischen Dialogs führte. „Er war und ist ein Pionier auf dem Gebiet des interreligiösen Dialogs als Praktiker und Wissenschaftler, insbesondere in Konfliktgebieten", schreibt die Jury des Niwano-Preises.

„Ein Pionier auf dem Gebiet des interreligiösen Dialogs als Praktiker und Wissenschaftler, insbesondere in Konfliktgebieten“

Seit Anfang der 1990er Jahre befasste der Friedens- und Konfliktforscher sich mit den katholisch-protestantischen Beziehungen in (Nord-)Irland, den buddhistisch-hinduistischen Beziehungen in Sri Lanka, den muslimisch-christlichen Beziehungen in Mindanao (Philippinen), auf dem Balkan und in vielen Teilen Afrikas (u. a. Tschad, Niger, Nigeria, Sudan, Kamerun, Burkina Faso). Abu-Nimer arbeitete auch viel in arabischen Regionen: Irak, Syrien, Libanon, Ägypten, Tunesien, Jordanien und auch Palästina. Er war einer der ersten, der in Saudi-Arabien Schulungen und Projekte zum interreligiösen Dialog durchführte. Zu seinen zahlreichen Büchern und Veröffentlichungen gehört auch ein Buch über Gewaltlosigkeit im Islam, das in mindestens fünf Sprachen übersetzt wurde.

Abu-Nimer ist Professor für Frieden und Konfliktlösung an der „American University" in Washington D.C. und Gründer des ebenfalls in Washington angesiedelten Salam-Instituts. Das Institut ist eine gemeinnützige Organisation für Forschung, Bildung und Praxis in den Bereichen Konfliktlösung, Gewaltlosigkeit, Menschenrechte und Entwicklung mit Schwerpunkt auf der Überbrückung von Differenzen zwischen Muslimen und nicht-muslimischen Gemeinschaften. Abu-Nimer verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Leitung von Projekten, die sich auf den interreligiösen und interkulturellen Dialog, die Friedenskonsolidierung, Konfliktlösung, nachhaltige Entwicklung und die Entwicklung von Gemeinschaften in muslimischen Ländern konzentrieren.

Das Auswahlverfahren

Die Niwano Friedens-Stiftung, die den Preis vergibt, betont: „Um eine übermäßige Betonung einer bestimmten Religion oder Region zu vermeiden, bittet die Friedensstiftung jedes Jahr um die Nominierung von Personen mit anerkanntem intellektuellem und religiösem Format aus aller Welt."  Die Nominierten würden vom Niwano-Friedenspreiskomitee streng geprüft. Das Komitee besteht derzeit aus neun religiösen Führungspersönlichkeiten aus verschiedenen geografischen Regionen, die sich alle für den Frieden und die interreligiöse Zusammenarbeit einsetzen. 

(pm - sst)

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27. Februar 2024, 10:06