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Aufnahmen in einem Radio-Studio in Manila Aufnahmen in einem Radio-Studio in Manila  (AFP or licensors)

Philippinen: Neuer katholischer Radiosender „Unitas Radio 103.1“

Für katholische Gemeinden in asiatischen Ländern ist Radio traditionell ein Instrument der seelsorgerischen Nähe und der „Erstverkündigung", das besonders für ländliche Gebiete oder Bergregionen von großem Wert ist. Die Philippinen bilden hier keine Ausnahme. Nun gibt es einen neuen Sender: „Unitas Radio 103.1“ ist der erste katholische Radiosender in der Region Surigao, auf der Insel Mindanao im Süden der Philippinen.

Die philippinische Diözese Tandag hat „Unitas Radio" auf den Weg gebracht, passend zum 400. Jahrestag der Ankunft des Christentums im Gebiet der Diözese. Die Leitung hat die Diözesankommission für soziale Kommunikation. Der Bischof von Tandag, Raul Dael, erklärte dem vatikanischen Pressedienst Fides (Dienstag, 24.20.2023), der Sender wolle „die oft überhörten oder zum Schweigen gebrachten Stimmen der Armen zu Wort kommen zu lassen, und wird auch dazu dienen, als aufmerksames Ohr die ungehörten Stimmen der Welt zu hören". Der Sendebetrieb war bereits Anfang 2022 versuchsweise aufgenommen worden.

Der Apostolische Nuntius auf den Philippinen, Erzbischof Charles Brown, sagte bei der Eröffnungsfeier des neuen katholischen Radios: „Diese Feier erinnert uns an unser Ziel als Verkünder des Evangeliums und des Reiches Gottes durch die Medien und die soziale Kommunikation hier bei uns".

Meistgehört und historisch „Radio Veritas"

Der bei weitem wichtigste Radiosender, eine tragende Säule auf den Philippinen und in ganz Asien, ist „Radio Veritas 846“, der laut Fides meistgehörte religiöse Radiosender des Landes. Er strahlt seine Programme 24 Stunden am Tag aus und sendet Nachrichten, religiöse Programme, Musik, Katechese und Liturgie, ohne dabei tiefgreifende Analysen, aktuelle Themen und soziale Fragen zu vernachlässigen. Das Studio von „Radio Veritas“ befindet sich im „Veritas Tower“ an der Epifanio De Los Santos Avenue (EDSA) in Quezon City, im Großraum MetroManila. Das Studio wurde in Zusammenarbeit mit der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen (FABC) und dank der Bischofskonferenz der Philippinen realisiert.

Bereits 1958 beschlossen die Delegierten der asiatischen Bischöfe bei ihrem Treffen an der Universität „Santo Tomas“ in Manila, einen katholischen Radiosender zu betreiben und zu unterhalten, der als Instrument der Evangelisierung und Information in Ostasien und Ozeanien dienen sollte. Zehn Jahre später, 1969, wurden die Studios von „Radio Veritas“ in Quezon City offiziell eingeweiht. 1970 besuchte Papst Paul VI. den Sender und segnete ihn, der mit zahlreichen Sprachprogrammen die asiatischen Völker, insbesondere im Süden und Südosten des Kontinents, erreichen sollte.

Radio-Aufruf zur „Rosenkranzrevolution"

„Radio Veritas“ war maßgeblich an einigen Wendepunkten im Leben der philippinischen Nation beteiligt. Der Sender prangerte 1983 mutig die Ermordung des ehemaligen Senators Benigno ,Ninoy' Aquino an und war der einzige Sender, der den Trauerzug für den getöteten Senator übertrug, an dem zwei Millionen Menschen teilnahmen. Zu dieser Zeit herrschte auf den Philippinen die Diktatur von General Ferdinand Marcos.

Marcos, der 1965 zum Präsidenten gewählt worden war, hatte 1972 das Kriegsrecht ausgerufen, alle Macht an sich gerissen und die demokratischen Organe entmachtet. Mit Unterstützung des Militärs hatte er jede Opposition unterdrückt. Die Ermordung des bekannten oppositionellen Senators Benigno Aquino wurde Kreisen zugeschrieben, die dem Diktator nahe standen. Dieser Vorfall erschütterte das Gewissen der Nation. Am 22. Februar 1986 appellierte der damalige Erzbischof von Manila, Kardinal Jaime Sin, über „Radio Veritas“ an die Bevölkerung, sich friedlich auf der Epifanio De Los Santos Avenue (EDSA) zu versammeln und den damaligen Verteidigungsminister Juan Ponce Enrile und den stellvertretenden Generalstabschef Fidel Ramos zu unterstützen.

Der Aufruf von Kardinal Sin im „Radio Veritas“ war der Auftakt zur so genannten „gewaltlosen Volksrevolution", einer Prozession, bei der vier Tage lang Millionen von Menschen auf die Straße gingen. Diese Demonstration, die als unblutige Revolte, die so genannte „Rosenkranzrevolution", in der philippinischen Hauptstadt die Geschichte einging - der Rosenkranz war der Gegenstand, den die Millionen von Menschen singend und betend in den Händen hielten -, führte zum friedlichen Sturz des Diktators, der ins Ausland floh, während die Präsidentengarde die Waffen niederlegte. Von diesem Moment an begann für die Philippinen eine neue Zeit der Demokratie.

Seit 1991 kommerzieller Sender

 „Radio Veritas“ wurde mit dem „Ramon Magsaysay Award" für Journalismus und Kommunikation für die entscheidende Rolle des Senders bei der Absetzung eines unterdrückerischen und korrupten Regimes und zur Wiederherstellung des Vertrauens der Menschen in den demokratischen Prozess gewürdigt.

Seit 1991 ist „Radio Veritas“ ein kommerzieller Sender. In den letzten Jahren hat der Sender das Konzept des  „Community-Radios" eingeführt, um die Hörer stärker einzubinden und seine Vision und Mission als „Sender für Wahrheit und Evangelisierung" zu vertiefen. Der Sender ist derzeit auch über seine Website und soziale Medienplattformen aktiv und beabsichtigt, seine Reichweite auf das Fernsehen auszudehnen.

(fides - sst)

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24. Oktober 2023, 11:39