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Der Papst traf Indigene bei seinem Besuch in Kanada Der Papst traf Indigene bei seinem Besuch in Kanada 

Australien: Zuhören im Namen der Versöhnung

Im Prozess der Versöhnung und des Austausches der Kirche mit indigenen Völkern, gibt es immer wieder Dinge voneinander zu lernen. So ist zum Beispiel eine Praxis namens Daidirri, die der Kultur der Aborigines in Australien entstammt, eine Empfehlung wert.

„Viele von uns haben Meditation gelernt, aber Daidirri bietet eine Tradition des tiefen Zuhörens, die seit Generationen weitergegeben wird und ein wesentlicher Bestandteil des Lebens ist", berichtet Missionar Peter Woodruff, der in Australien lebt. Neben dem tiefen Hören auf Gott „wollte Papst Franziskus die Tradition des Zuhörens im Christentum vertiefen und dessen Bedeutung in den Beziehungen zwischen den Menschen herausstellen", stellt er fest. Daidirri ist ein Geschenk, das die Aborigines in ihrem täglichen Leben leben und in die Weltkirche einbringen.

Woodruff berichtet laut der Nachrichtenagentur Fides, dass, während westliche Werte der Produktivität und Effizienz oft vorschreiben, was in einem bestimmten Zeitrahmen geschehen „sollte", indigene Völker in der Lage seien, sich in das einzufühlen, was bereits jetzt um sie herum geschieht. „In diesem Sinne sind sie offener für das Geschenk des Jetzt, der Gegenwart - und die Gegenwart ist der Ort, an dem Gott wohnt. Dadirri lehrt sie, ein tiefes inneres Zuhören und ein Bewusstsein für Gottes Geist im „Hier und Jetzt“ zu haben und, was ebenso wichtig ist, in absoluter Harmonie mit ihm zu sein, mit Gottes Zeiten, die nicht die Zeiten der Menschen sind".

„Tiefes inneres Zuhören und stilles Gewahrsein“

Daidirri stammt vom Stamm der Aborigines Ngangikurungkurr, die es für „tiefes inneres Zuhören und stilles Gewahrsein" verwenden. Daidirri wurde erstmals von einer ehemaligen katholischen Aborigine aus Daly River, Miriam Rose Ungunmerr-Baumann, in allen australischen Kirchengemeinden bekannt gemacht und hat seitdem vielen gläubigen Nicht-Aborigines in Australien geholfen, in die Kultur der Aborigines einzudringen und sie in ihren Beziehungen zu anderen zu nutzen. 

Papst Franziskus hatte erst vor einem Jahr eine Reihe von indigenen Siedlungen in Kanada besucht und Gespräche mit der indigenen Bevölkerung geführt. Im Vorfeld der Reise hatte der Papst betont, dass die christliche Gemeinschaft es nie wieder zulassen werde, eine Kultur über die andere zu stellen.

(fides/vn – md)

 

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30. Juli 2023, 15:26