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Katalin Novak bei einem Besuch beim Papst, August 2022 Katalin Novak bei einem Besuch beim Papst, August 2022  (Vatican Media)

Ungarns Präsidentin: Papst ist Mann des Friedens

Vor dem Papstbesuch in Ungarn hat Staatspräsidentin Katalin Novak Franziskus als einen Mann des Friedens gelobt. Die Corona-Pandemie und der russische Angriffskrieg in der Ukraine hätten den Menschen die Hoffnung auf ein friedliches Leben genommen, sagte Novak im Interview des Portals „Magyar Kurir“. Sie vertraue darauf, dass Franziskus diese Hoffnung „durch seine Friedensbotschaft zu uns zurückbringen wird“.

Zum Ukraine-Krieg und seinen weitreichenden Folgen sagte Novak, es gelte, den Kriegsopfern Hilfe zuzusichern, die Aggression zu verurteilen und einen Weg für Frieden zu finden. Papst Franziskus habe dies etwa in seiner jüngsten Osterbotschaft deutlich gemacht: „Er verurteilt die russische Aggression, er steht zu den angegriffenen Ukrainern, er ist bereit, eine vermittelnde Rolle zu übernehmen“; aber gleichzeitig vergesse er auch nicht das russische Volk, so die bekennende Calvinistin. Dies sei „eine weise, christliche Haltung, an der wir uns orientieren sollten“.

Reise ins Zentrum Europas

Novak betonte, der Krieg dürfe nicht damit enden, dass Russland seine Ziele erreicht, auch wenn es gar kein konkretes Ziel genannt habe. Russischen Truppen dürfe nicht gestattet werden, in ukrainischen Gebieten zu bleiben.

Noch am Donnerstag empfing Papst Franziskus im Vatikan den ukrainischen Ministerpräsidenten Denys Schmyhal, bevor er am Freitag zu seinem offiziellen Pastoralbesuch nach Ungarn aufbricht. Erstmals seit dem russischen Angriff im Februar 2022 besucht er damit ein Nachbarland der Ukraine. Allgemein wird erwartet, dass Frieden ein wiederkehrendes Thema der Veranstaltungen mit dem Papst in Budapest sein wird.

„Es wird eine Reise in das Zentrum Europas sein, über das weiter eisige Winde des Krieges wehen, während die Vertreibung so vieler Menschen dringende humanitäre Fragen auf die Tagesordnung setzt“, sagte Franziskus am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz in Rom. Unter Armen und Geflüchteten, die der Papst am Samstag in einer Kirche in Budapest treffen will, werden nach Angaben des ungarischen Bischofskonferenz-Vorsitzenden Andras Veres auch Geflohene aus der Ukraine sein.

Empfang des Papstes am Freitag

Staatspräsidentin Novak empfängt das Kirchenoberhaupt zum Auftakt des Besuchs am Freitagvormittag an ihrem Amtssitz im historischen Burgviertel über Budapest. Auch eine Begegnung von Franziskus mit Regierungschef Viktor Orban ist vorgesehen. Mittags hält der Papst an Orbans Amtssitz im ehemaligen Karmeliterkloster eine für Papstreisen gängige Rede vor politischen Autoritäten und Vertretern von Diplomatie und Zivilgesellschaft.

Weitere Höhepunkte sind die Sonntagsmesse auf dem Kossuth-Platz vor dem Parlament sowie eine große Jugendbegegnung am Samstag. Auch setzt das Programm mehrere soziale Schwerpunkte. Mit Blick auf die gesundheitlichen Einschränkungen des 86-Jährigen beschränkt es sich auf die Hauptstadt Budapest.

(kap – pr)
 

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27. April 2023, 14:36