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Klimawandel betrifft ausgerechnet die ärmsten Länder am meisten. Hier: Südsudan Klimawandel betrifft ausgerechnet die ärmsten Länder am meisten. Hier: Südsudan  (AFP or licensors)

Ordensfrauen im kleinteiligen Kampf gegen die Klimakrise

Ordensfrauen wollen eine konkrete Rolle beim Schutz von Menschen und Gemeinschaften spielen, die von der Klimakrise und dem Verlust der Artenvielfalt betroffen sind. In Rom haben sie zu diesem Zweck eine Reihe von Dialogen ins Leben gerufen, die Schwestern und internationale Akteure zusammenbringen. Die Hoffnung: eine Bewegung anzustoßen, die Worte in Taten umsetzt.

Linda Bordoni und Gudrun Sailer - Vatikanstadt

Unter dem Dach der Internationalen Union der Generaloberinnen (UISG) sind Schwestern damit beschäftigt, Impulse, Ideen und Verpflichtungen zum Schutz des Planeten im Einklang mit der Enzyklika Laudato si' von Papst Franziskus und den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung zu sammeln. Der erste einer Reihe von Dialogen unter der Leitung von Schwestern fand am Montag in Rom statt. Ziel ist es, internationale Organisationen, Regierungen, die Zivilgesellschaft, die akademische Welt und nicht zuletzt vatikanische Institutionen zu den großen ökologischen Fragen herauszufordern, die zugleich soziale Fragen sind.

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Schwester Maamalifar Poreku, Missionsschwester Unserer Lieben Frau von Afrika, ist Vizegeneralsekretärin des UISG-Büros für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und Koordinatorin des Projekts „Hoffnung für den Planeten säen" der Organisation. Sie erklärte uns, das Projekt gehe direkt auf Laudato si' zurück, die Umwelt- und Sozialenzyklika von Papst Franziskus. „Die Idee ist zu sehen, wie wir Schwestern an der Basis befähigen können, proaktiv zur Wiederherstellung der Artenvielfalt beizutragen und auch die Veränderung unseres Klimas im positiven Sinne herbeizuführen, denn im Moment ist die Veränderung, die wir in unserem Klima sehen, im negativen Sinne", sagte sie.

Ordensfrauen: Hände und Herzen überall

Nicht alle seien dazu in der Lage, mit dieser Situation umzugehen, sagte die Ordensfrau mit Blick auf Menschen am Rand der Gesellschaft und in armen Ländern. Gerade hier seien Schwestern gefragt, denn viele von ihnen arbeiten für eben solche Menschen. „Indem wir die Schwestern dazu erziehen, sich mit den Basisgemeinschaften zu engagieren - denjenigen, die am meisten vom Klimawandel und dem Verlust der biologischen Vielfalt betroffen sind - glauben wir, dass wir positive Maßnahmen ergreifen können, die zu konkreten Ergebnissen führen werden.“

Über die nicht wenigen Klimakonferenzen sagt die afrikanische Ordensfrau mit realistischem Blick, dass die dort gefassten Beschlüsse am Ende oft genug nicht eingehalten würden, „so dass die Menschen an der Basis nicht mehr an diese Versprechungen glauben". Das Projekt sieht daher vor, den Schwestern Kompetenzen zu vermitteln, damit sie direkt mit den betroffenen Gemeinschaften zusammenarbeiten können, „denn Reden allein bringt nichts, wir brauchen konkrete Taten".

Herbst im südlichen Afrika
Herbst im südlichen Afrika

Bisher haben 44 Schwestern in verschiedenen Kontinenten Projekte vorgestellt, mit denen sie einen Beitrag im Kampf gegen Klimawandel leisten wollen, informierte die Ordensfrau und nannte zwei Beispiele: eines in Sri Lanka für junge Menschen, und eines in Ghana, wo die Dürre die Ernten und damit die Ernährung der Kinder beeinträchtigt hat.

Privilegierte spüren die Auswirkungen nicht

„Wir brauchen kleine Dinge [und Aktionen], die groß werden, um den negativen Trend, den wir beobachten, zu ändern“, erklärte Sr. Maamalifar. Reiche und Privilegierte würden „die Auswirkungen dessen, was jetzt geschieht, nicht spüren", wirklicher Wandel gehe von der Basis aus, also von jenen, die ohnehin die Hauptlast des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt zu tragen hätten. Diesen müsse man aber vorher „helfen zu verstehen, warum sie leiden, was die Ursache ihres Leidens ist, und sie befähigen, Maßnahmen zu ergreifen. Wenn die Menschen an der Basis verstehen, was passiert, können sie aufstehen und sagen: 'Genug ist genug und es wird aufhören.'"

In diesem Sinn stünden die katholischen Ordensfrauen auf aller Welt in den armen Ländern an der Spitze einer Revolution: „Keine Revolution mit Gewehren, keine Revolution mit Waffen, sondern eine Revolution in kleinen Aktionen. Wir wollen, dass die Menschen wissen, was mit ihnen geschieht, dass sie es verstehen und dass sie dann handeln, und zwar so handeln, dass es zu einer Veränderung kommt."

(vatican news – gs)

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19. April 2023, 12:09