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Ab Donnerstag berät sich der Synodale Weg in seiner voraussichtlich letzten beschlussfassenden Vollversammlung Ab Donnerstag berät sich der Synodale Weg in seiner voraussichtlich letzten beschlussfassenden Vollversammlung 

Italien: Laien danken für deutschen Synodalen Weg

Katholische Laien aus Italien haben dem Präsidium des Synodalen Wegs einen Brief geschrieben. Darin befürworten sie den Prozess und danken den Katholiken in Deutschland dafür, dass sie diesen Dialog führen. Der Synodale Weg veröffentlichte das Schreiben am Dienstag in deutscher und italienischer Sprache auf seiner Website.

Nach Angaben des Briefs zeige der Prozess, dass die katholische Kirche in Deutschland „lebendig ist und auf die Schwierigkeiten und Herausforderungen reagieren will, das Evangelium heute glaubwürdig zu verkünden.” Die Verfasser begrüßen, dass die katholische Kirche in Deutschland nach Wegen sucht, „die kirchliche Praxis zu heilen“. Dabei heben sie besonders hervor, dass die Kirche dem sexuellen Missbrauch von Minderjährigen in ihren eigenen Reihen entgegentritt. Sie stelle sich den Skandalen mit „Mut, Transparenz und Wahrheit“ entgegen. Damit kämpfe sie gegen eine Hierarchie, die Tätern Vertuschung garantiert und Opfern „das Desinteresse, wenn nicht gar die Verachtung der kirchlichen Institutionen“ entgegengebracht hatte.

Unter italienischen Laien herrsche laut dem Brief grundsätzlich „Unwissenheit und Gleichgültigkeit“ gegenüber dem Synodalen Weg in Deutschland, bei einigen auch Misstrauen. Allerdings verstünden immer mehr Gläubige auch in Italien, dass es gegen Missstände in der Kirche vorzugehen gelte. So müsse man beispielsweise das „Schweigen“ und die „Komplizenschaft“ bewältigen, die Geistlichen in Fällen von Pädophilie entgegengebracht wird. Außerdem sei es wichtig, den Ausschluss von Frauen aus kirchlichen Funktionen sowie die Sichtweise auf Sexualität zu überwinden, die der „Vielfalt menschlicher Erfahrungen“ nicht gerecht werde. Ein weiterer Punkt, den die Verfasser im Brief nennen, sind die Machtverhältnisse. Sie entsprächen dem „modernen Empfinden“ nicht und seien außerdem eine „Quelle schwerwiegender Missbräuche.“

„Positiver Eindruck“ von innerkirchlicher Debatte

Von der Debatte innerhalb der Kirche hätten die Briefschreiber einen positiven Eindruck – „auch zwischen unterschiedlichen Positionen.“ Voraussetzung dafür sei es, eine solche Diskussion „in gegenseitiger Anerkennung des guten Glaubens“ zu führen, und „in tiefem Respekt vor dem gemeinsamen Streben nach größtmöglicher Treue zum Evangelium Jesu“.

Kritisch sehen die italienischen Laien die Rolle der römischen Kurie bei der Begleitung des Synodalen Weges in Deutschland. Aus den Stellungnahmen aus Rom ergebe sich der Eindruck, es fehle an einem Verständnis dafür, dass „strukturelle Veränderungen in unserer Kirche“ notwendig seien. Das Schreiben ist von 20 italienischen Laienverbänden unterzeichnet, darunter Pax Christi, die italienische Version der Bewegung „Wir sind Kirche" und mehrere katholische LGBTQ-Gruppen.

Ab Donnerstag: Letzte beschlussfassende Vollversammlung für Synodalen Weg

In Frankfurt beginnt am Donnerstag die nächste und voraussichtlich letzte beschlussfassende Vollversammlung des Synodalen Wegs zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. Bis Samstag wollen die rund 230 Synodalen über zehn Papiere zu den zentralen Themen der Reforminitiative beraten. Darin geht es um Macht, die Rolle der Frau, Sexualmoral und priesterliches Leben.

(pm – fg)

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08. März 2023, 14:20