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Christen beim Gebet in einer Kirche in Neu Delhi, Karfreitag 2022. Christen sind in Indien in der Minderheit Christen beim Gebet in einer Kirche in Neu Delhi, Karfreitag 2022. Christen sind in Indien in der Minderheit  (ANSA)

Indien: Christen fordern mehr Schutz für Minderheiten

Die Regierung des Landes soll Minderheiten besser schützen. Das fordern Menschenrechtsaktivisten in Indien laut dem katholischen Pressedienst Ucanews. Die jüngste Welle der Gewalt gegen einheimische Christen im Bundesstaat Chhattisgarh sei ein beunruhigender Trend.

In dem zentralindischen Bundesstaat hatte es im Dezember zahlreiche Übergriffe auf Christen gegeben. Mehr als 1.000 Menschen sollen dabei vertrieben und viele verletzt worden sein; zudem gab es Vandalismus am Eigentum von Christen. Daher haben stammesangehörige Christen im benachbarten Bundesstaat Jharkhand Indiens Präsidenten Narendra Modi mit einer Demonstration aufgerufen, sofort in Chhattisgarh einzugreifen, um sicherzustellen, dass die Schuldigen verhaftet und nach dem Gesetz bestraft würden.

Verschiedene Konfessionen protestieren gemeinsam

Mitglieder verschiedener Konfessionen gingen dazu laut Ucanews am 15. Januar in Ranchi, der Hauptstadt des Bundesstaats Jharkhand auf die Straße. Die Demo wurde von der Christlichen Jugendvereinigung in Jharkhand organisiert. Weihbischof Theodore Mascarenhas aus Ranchi sagte: „Heute sind es die Christen, morgen vielleicht die Muslime oder die einheimische Sarna-Religion, deshalb müssen wir vereint sein." Niemand habe das Recht, „unseren Glauben, unsere Essensgewohnheiten oder unsere Kleidung in Frage zu stellen".  Diese Rechte seien jedem Bürger durch die Verfassung garantiert.

Laut den Aktivisten hat die Gewalt gegen Christen durch Hindu-Nationalisten in den letzten Jahren landesweit zugenommen. Sowohl Regierung als auch Opposition hätten es versäumt, Minderheiten und ihr Recht auf Religionsfreiheit zu schützen.  

Gewalt gegen in Christen in Chhattisgarh 

Lokale Medien hatten aus Chhattisgarh berichtetet, zwischen dem 9. und 18. Dezember hätten Hindus in den Distrikten Narayanpur und Kondagaon 33 Dörfer überfallen. Eine Kommission aus christlichen und säkularen Menschenrechtsorganisationen hatte die Vorfälle zwischen dem 22. und dem 25. Dezember untersucht. 

Bei einer Pressekonferenz in Neu-Delhi sprach der Leiter des Zentrums für Gesellschafts- und Säkularismusstudien (Mumbai), Irfan Engineer, in diesem Zusammenhang von einer organisierten Kampagne, um Christen gewaltsam zum Hinduismus zu bekehren: „Die Vertriebenen wurden bedroht, ihren christlichen Glauben zu verleugnen und zur Hindu-Religion zu konvertieren. Andernfalls müssten sie ihr Dorf verlassen oder hätten mit schlimmen Konsequenzen, sogar dem Tod, zu rechnen.“ Viele der Christen seien mit Bambusrohren, Reifen, Stangen und anderen Gegenständen geschlagen worden.

Der Bundesstaat Chhattisgarh verzeichnete bereits 2021 die zweithöchste Zahl dokumentierter Angriffe auf Christen landesweit. Auf dem Weltverfolgungsindex des Hilfswerks Open Doors belegt Indien den 10. Platz unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

72,5 Prozent der 1,38 Milliarden Einwohner Indiens sind Hindus, 14,5 Prozent Muslime, 4,9 Prozent Christen und 1,8 Prozent Sikhs. 

(ucanews/idea - sst)

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17. Januar 2023, 12:52