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Trauerfeier für den verstorbenen kongolesischen Regierungschef Patrice Lumumba Trauerfeier für den verstorbenen kongolesischen Regierungschef Patrice Lumumba 

Kongo: Katholische Kirche spürt den Schrei des Volkes

„Die Lage ist ernst. Ein Wind des Krieges und der Unsicherheit weht wieder einmal über diesen östlichen Teil unseres Landes", schreibt Erzbischof François-Xavier Maroy Rusengo von Bukavu, wo Milizen und bewaffnete Banden die Bevölkerung seit Jahrzehnten ungestraft drangsalieren. Er kritisiert ebenso die internationale Gemeinschaft, die sein Land „wie zweite Klasse" behandeln würden.

„Wir konzentrieren uns insbesondere auf die sehr kritische Situation nach der jüngsten Besetzung der Stadt Bunagana im Rutshuru-Gebiet durch die bewaffnete Gruppe M23, die die Kämpfe in einem höllischen Kreislauf der Gewalt, des Verlusts von Menschenleben, der Vertreibung der Bevölkerung und der Zerstörung unseres wirtschaftlichen und sozialen Gefüges wieder aufgenommen hat. Das ist eine Wiederholung der Geschichte", prangert Erzbischof Rusengo in seiner Erklärung an, die der Nachrichtenagentur Fides vorliegt.

Ermutigung durch Kirche

Erzbischof Rusengo betont, dass „die katholische Kirche den Schrei des kongolesischen Volkes in sich spürt und teilt und sich mit aller Kraft dafür einsetzt, dass das Blutvergießen an so vielen unschuldigen Menschen aufhört". Eine resignierende und einseitige Betrachtung des Evangeliums führe dazu, dass „einige in allem, was geschieht, einen Willen Gottes oder sogar eine Strafe sehen; andere denken, dass Gott alles für uns tun wird. Dies ist nicht der Fall", so der Bischof weiter. Es werde fast nichts getan, um die Gewalttaten zu sanktionieren und die Opfer zu entschädigen, sagt Mgr. Rusengo und prangerte die Trägheit der internationalen Gemeinschaft an, die seit mehr als 25 Jahren eine Friedensmission (MONUSCO) eingerichtet hat, „die mit durchschnittlich einer Milliarde Dollar pro Jahr die teuerste unserer Zeit ist", deren Ergebnisse jedoch dürftig sind. Der Bischof fordert sein Land auf, seine „Beziehung zu anderen Ländern zu überprüfen".

Wer ist M23?

Die M23 ist eine Guerillabewegung, die 2013 ein Friedensabkommen mit der Regierung in Kinshasa unterzeichnet hatte (siehe Fides 13.12.2013), aber kürzlich wieder zu den Waffen griff. Die kongolesischen Behörden beschuldigen das benachbarte Ruanda, die M23 zu unterstützen; diese Anschuldigungen werden von Kigali gegen Kinshasa erwidert, das seinerseits beschuldigt wird, die bewaffnete ruandische Opposition in der Demokratische Republik Kongo zu unterstützen.

(fides - mr)

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28. Juni 2022, 11:14