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Bei einer Friedensdemonstration für die Ukraine Bei einer Friedensdemonstration für die Ukraine 

Kardinal Hollerich an Kyrill: Für Kriegsende einsetzen

Der Vorsitzender der EU-Bischofskommission COMECE, Kardinal Jean-Claude Hollerich, hat sich mit einem Friedensgesuch an den Moskauer Patriarchen Kyrill I. gewandt.

Die COMECE veröffentlichte den Brief vom 8. März an diesem Donnerstag auf ihrer Homepage. Darin bringt der Vorsitzende der EU-Bischofskommission seine tiefe Betroffenheit über den Krieg in der Ukraine zum Ausdruck und bittet den Moskauer Patriarchen eindringlich dazu auf, sich bei Russlands Führung für Frieden stark zu machen.

Gewaltstopp, Diplomatie, humanitäre Hilfe

Die EU-Bischofskommission COMECE teile die Gefühle des Papstes und Franziskus‘ Sorge über die „Ströme von Blut und Tränen, die in der Ukraine fließen“, so Hollerich. Und er bittet Kyril „im Geiste der Brüderlichkeit“, einen „dringenden Appell“ an die russischen Behörden zu richten, „die Feindseligkeiten gegen das ukrainische Volk sofort einzustellen und den guten Willen zu zeigen, eine diplomatische Lösung des Konflikts auf der Grundlage des Dialogs, des gesunden Menschenverstands und der Achtung des Völkerrechts zu finden“. Zugleich müssten „sichere humanitäre Korridore und ein ungehinderter Zugang für humanitäre Hilfe“ gewährt werden.

Kardinal Hollerich schreibt über die „entsetzlichen Folgen“ dieses „sinnlosen Krieges“: „Tausende - Soldaten wie Zivilisten - haben bereits ihr Leben verloren und mehr als über eine Million Menschen wurden vertrieben oder sind aus ihrer Heimat geflohen, die meisten von ihnen schutzbedürftige Frauen und Kinder. Da die gewalttätigen Angriffe auf die Ukraine und ihre Bevölkerung der Ukraine und ihrer Bevölkerung treffen, steigt der Bedarf an humanitärer Hilfe von Stunde zu Stunde dramatisch an, während die diplomatischen Bemühungen bisher erfolglos geblieben sind.“

Entsetzliche Folgen eines sinnlosen Krieges

Der Vorsitzende der EU-Bischofskommission COMECE verweist auf die Gefahr, die von dem Krieg für die Welt ausgeht: „Da Worte und Taten immer weiter eskalieren, kann die Möglichkeit „eines größeren europäischen oder sogar globalen Konflikts mit katastrophalen Folgen nicht ausgeschlossen werden“, so Kardinal Hollerich, der Patriarch Kyrill eindringlich um einen Einsatz für den Frieden bittet: „In diesen düsteren Momenten für die Menschheit, begleitet von intensiven Gefühlen der Hoffnungslosigkeit und Angst, blicken viele auf Sie, Eure Heiligkeit, als jemanden, der ein Zeichen der ein Zeichen der Hoffnung für eine friedliche Lösung dieses Konflikts setzen könnte“, wendet sich der Luxemburger Erzbischof an den Moskauer Patriarchen.

„Bitte lassen Sie diese kraftvollen Worte nicht vergebens sein“

 

Hollerich verweist auf einen gemeinsamen Friedensappell von Kyrill und Franziskus aus dem Jahr 2016. Damals hatten Papst und Patriarch gemeinsam den Konflikt in der Ukraine und dessen Opfer beklagt und zu friedensaufbauenden Maßnahmen aufgerufen: „Bitte lassen Sie diese kraftvollen Worte nicht vergebens sein“, appelliert Hollerich an Kyrill. Auch verweist der Comece-Vorsitzende auf den jüngsten Austausch zwischen dem Päpstlichen Nuntius in Russland und Kyrill, bei dem der Patriarch das „friedensstiftende“ Potential der Kirche erwähnte.

Kardinal Hollerich hatte bereits im Januar mit Blick auf die Spannungen an der EU-Ostgrenze zu Deeskalation und Vertrauensbildung aufgerufen. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine verurteilte er die Feindseligkeiten als „ernste Bedrohung des Friedens auf dem gesamten europäischen Kontinent und darüber hinaus“ und appellierte an die europäischen Gesellschaften und Regierungen, Flüchtlinge, die internationalen Schutz suchen, aufzunehmen.

(pm/comece - pr)
 

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10. März 2022, 17:44