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Christen in Karnataka protestieren und verlangen Gerechtigkeit Christen in Karnataka protestieren und verlangen Gerechtigkeit 

Indien: Erzbischof prangert Zerstörung einer Jesus-Statue an

Ein weiterer Mosaikstein im Bild zunehmender Christenverfolgung in Indien: Im südwestlichen Bundesstaat Karnataka haben von der Regierung geschickte Bagger in einem christlichen Dorf eine Jesusstatue zerstört. Der Erzbischof von Bangalore kritisiert die Aktion scharf.

Erzbischof Peter Machado sprach von anhaltenden Angriffen auf die Kirchen im ganzen Bundesstaat, die keine Rücksicht auf die Gefühle der Gemeinschaft nehmen würden. „Die systematische und schlimm durchdachte Zerstörungsaktion wird von der Regierung und ihrem Apparat mit verbissener Entschlossenheit fortgesetzt“, so der Kirchenmann. Es sei traurig festzustellen, dass die Behörden in dem christlichen Dorf Gokunte in Kolar - 65 Kilometer vor der Metropole Bangalore - „erneut ein christliches Monument mit einer 20 Fuß hohen Jesusstatue und 14 Kreuzwegstationen rücksichtslos abgerissen haben“.

Die Kirche könne über Dokumente nachweisen, dass die fraglichen zwei Hektar Land ihr gehören, so Machado. Dennoch hätten die lokalen Behörden sie als nicht ordnungsgemäß oder unvollständig betrachtet. Die Angelegenheit sei immer noch vor den Gerichten anhängig, weshalb die Zerstörung der Statue „bewusst“ und „böswillig“ geschah, argumentiert der Erzbischof. 

Hunderte Augenzeugen weinten

Eine 200-köpfige Polizeitruppe überwachte die Zerstörung der Statue und der Kreuzwegstationen 14. Februar 2022 um Mitternacht und riss die hohe Statue zu Boden. Das habe nicht nur die Gefühle der christlichen Gemeinschaft, sondern auch Menschen anderer Glaubensrichtungen verletzt, betonte Erzbischof Machado weiter. Hunderte Anwesende hätten geweint.

Der Oberhirte sagte weiter: „Selbst wenn man davon ausgegangen wäre, dass die Strukturen nicht vollständig genehmigt waren, hätten die Regierungsbehörden die Großzügigkeit haben können, diese Strukturen zu legalisieren, die seit über 25 Jahren bestehen.“ Der Ort, an dem der Abriss stattfand, galt bisher als eine friedliche Gegend, in der sogar Angehörige anderer Religionsgemeinschaften Gebete und Bitten vorbrachten.

In den vergangenen zwei Jahren gab es bereits Abrisse an sechs ähnlichen Orten auf den Hügeln sowie systematische Angriffe auf die Kirchen im ganzen Bundesstaat. „Diese religiösen Orte wurden in Bangalore und Umgebung jahrzehntelang als Orte der Andacht gepflegt“, so Erzbischof Machado.

(indiancatholicmatters.org – mg)

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19. Februar 2022, 12:13