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Schüler in Nigeria, die nach drei Monaten Entführung wieder zurück konnten Schüler in Nigeria, die nach drei Monaten Entführung wieder zurück konnten 

Nigeria: Bischof prangert Schweigen zu Entführungen an

Die Weihnachtsbotschaft des nigerianischen Bischofs Matthew Hassan Kukah hatte es in sich. Es scheine, dass die Regierung das Schicksal der Nigerianer in den Händen „böser Menschen" gelassen habe, sagte der Bischof der Diözese Sokoto laut dem Nachrichtendienst aci africa. Die Regierung des westafrikanischen Landes habe jahrelang zu Entführungen und „dem Verlust von Menschenleben" geschwiegen, so der Kirchenmann.

Hunderte von Menschen im Land seien entführt worden und lebten unter dem Radar der Öffentlichkeit, klagte der Bischof und machte auch konkrete Beispiele: Der Verbleib hunderter aus Chibok entführter Schulmädchen sei auch nach mehr als sieben Jahren ungewiss; ein weiteres vermisstes Mädchen werde seit drei Jahren gesucht. Auch Schülerinnen und Schüler einer muslimischen Schule in Katsina seien noch immer in Gefangenschaft Und: „Hunderte anderer Kinder, deren Entführung weniger Schlagzeilen machten, sind dabei nicht berücksichtigt." Die Ohnmacht der Familien werde nirgends so deutlich wie im „Schweigen des Staates auf Bundesebene" zu all diesen Fällen. 

Bischof Kukah warf der Regierung vor, „die Heiligkeit des Lebens" vergessen zu haben und nicht zu handeln. Rettungsversprechen seien „zu einem bloßen Geflüster" verkommen, sagte Bischof Kukah. Das Schweigen der Politik verurteilte der Geistliche scharf als „hässliche Komplizenschaft mit bösen Menschen, die die Zukunft ganzer Generationen von Nigerias Kindern aufs Spiel setzt".

„Hässliche Komplizenschaft mit bösen Menschen, die die Zukunft ganzer Generationen von Nigerias Kindern aufs Spiel setzt“

Nigerias Regierung sei den Menschen Erklärungen und Antworten schuldig: „Wann werden Entführungen, Gewalt, die sinnlosen und endlosen Massaker an unseren Bürgern ein Ende haben? Wann werden unsere Flüchtlinge aus Kamerun, dem Tschad oder Niger nach Hause zurückkehren?" Die Verantwortlichen mahnte Bischof Kukah, sich endlich eine wirksame Strategie zu überlegen. Der katholische Bischof hatte bereits in den Vorjahren wiederholt die Lage in Nigeria angeprangert und die Regierung kritisiert; woraufhin ihm vorgeworfen wurde, gegen die Regierung zu handeln. 

(aci africa - sst)

 

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30. Dezember 2021, 14:58