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Vatican News
In Südafrika wird gerade gewählt: Wahlvolk vor einer Kirche In Südafrika wird gerade gewählt: Wahlvolk vor einer Kirche  (AFP or licensors)

Südafrika: Kirchen begrüßen de Klerks Apartheid-Entschuldigung

Südafrikas Kirchen haben die Reuebekundung des letzten Apartheid-Präsidenten, Frederik Willem de Klerk, begrüßt. Man sei „ermutigt" von der Tatsache, dass de Klerk vor seinem Tod am Donnerstag offenbar einen „Gerechtigkeitstrieb" verspürt habe, so der Generalsekretär des Kirchenrats (SACC), Bischof Malusi Mpumlwana, in der Nacht zu Freitag.

Der frühere Präsident habe die „schrecklichen Ungerechtigkeiten der Apartheid" anerkannt und eingestanden. De Klerk, von 1989 bis 1994 Präsident des letzten Apartheid-Regimes, war am Donnerstag in Kapstadt im Alter von 85 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben. Für seine Bemühungen um das Ende der Rassentrennung erhielt er 1993 gemeinsam mit Nelson Mandela den Friedensnobelpreis.

Entschuldigung für Apartheid in letzter Videobotschaft

Am Tag seines Todes wurde eine voraufgezeichnete Videobotschaft veröffentlicht, in der sich de Klerk mit einer „letzten Botschaft" an die Südafrikaner wandte. Darin entschuldigte er sich „ohne Einschränkungen" für das „Leid, den Schmerz und die Demütigung", die dem Großteil der Südafrikaner bis 1994 widerfuhr. Er habe eine „Wandlung" durchlebt und „tief im Herzen erkannt", dass die Rassentrennung „falsch" gewesen sei, heißt es in der posthum veröffentlichten Erklärung.

Mandela und De Klerk bei der Verleihung des Friedensnobelpreises 1993
Mandela und De Klerk bei der Verleihung des Friedensnobelpreises 1993

Bild von de Klerk bleibt umstritten

De Klerk hinterlässt ein politisch umstrittenes Erbe. Laut den Kirchenführern könne man dem Rassenregime „schmutzige Tricks" vorwerfen, an denen er als Apartheid-Funktionär womöglich teilgehabt habe. Dafür sei aber nicht die richtige Zeit, da die Gesellschaft am Kap bereits „gefährlich gespalten" sei. Stattdessen sollte de Klerks Tod dabei helfen, eine „gemeinsame südafrikanische Identität" zu entwickeln. Er bleibe als jener Politiker im Gedächtnis, der politische Gefangene wie Nelson Mandela befreite und den Weg zu Demokratie ebnete.

(kap – gh)

13 November 2021, 13:35