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Vatican News
Haitianische Migranten in der Nähe des Departements Chocó, Kolumbien Haitianische Migranten in der Nähe des Departements Chocó, Kolumbien  (AFP or licensors)

Kolumbien: Zunahme von Menschenrechtsverstößen

Nur eine globale humanitäre Aktion wird die Probleme im Departement Chocó und im westlichen Antioquia lösen können - davon sind die humanitären Missionen in Kolumbien überzeugt. Der Aufschrei der Gemeinden sei nicht gehört worden - „als Folge davon haben die Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts zugenommen", so ein aktueller Bericht.

Der Bericht hat laut Fides Ergebnisse der sechs humanitären Missionen zusammenfasst, die von der katholischen Kirche und anderen Kirchen, ethnisch-territorialen Organisationen, internationalen humanitären Helfern, Institutionen und sozialen Organisationen im Jahr 2021 in 11 Gemeinden des Departements Chocó und in einigen Gemeinden im Westen Antioquias durchgeführt wurden.

Die humanitäre Krise, in der sich dieser Teil Kolumbiens seit langem befindet, sei „ernst und komplex" betonten die an den Missionen beteiligten Organisationen gegenüber Medien. Sowohl für die bewaffneten Banden als auch von Seiten des Staats seien „verbindliche Verpflichtungen" nötig, um „das Leben und Überleben der Zivilbevölkerung, die sich inmitten des Konflikts befindet, zu garantieren und zu schützen".

„Das Leben und Überleben der Zivilbevölkerung, die sich inmitten des Konflikts befindet, garantieren und schützen“

Konkrete Forderungen

Die Helfer appellieren konkret an die bewaffneten Akteure, die Regeln des humanitären Völkerrechts zu respektieren und sie fordern die kolumbianische Regierung auf, den Weg des Dialogs und der politischen Verhandlungen mit allen illegalen bewaffneten Gruppen wieder aufzunehmen. Weiter fordern sie, dass das Recht auf freie Mobilität und die Sicherheit von weiblichen Führungspersönlichkeiten, Gemeindeleitern und Organisationen gewährleistet wird. Nötig sei auch, das Grundrecht auf ein Existenzminimumzu garantieren. 

„Es ist dringend notwendig, die schwere humanitäre, soziale, wirtschaftliche und ökologische Krise, die die Gebiete Chocó und Antioquia durchzieht, umfassend anzugehen", so die Organisationen. Sie fordern die nationale Regierung ebenso auf, das Friedensabkommen von 2016 entschlossen umzusetzen und die Option einer Verhandlungslösung für den bewaffneten Konflikt aufrechtzuerhalten. Die internationale Gemeinschaft und internationale Organisationen sowie Menschenrechtsorganisationen müssten mehr auf die humanitäre Krise hinweisen und Druck auf die Regierung auszuüben, damit diese die Menschenrechte, die ethnischen und territorialen Rechte wirksam garantiert.

„Schwere Krise, die durch die Neuordnung des bewaffneten Konflikts, die Aufgabe des Staates und die langsamen Fortschritte des Friedensabkommens verursacht wurde“

Hintergrund

Die Delegationen der humanitären Missionen hatten die vom bewaffneten Konflikt am stärksten betroffenen Gebiete besucht. Sie hörten den Menschen zu, sprachen ihnen Trost zu und stellten Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts fest. Der Bericht weist darauf hin, dass die Durchführung von sechs humanitären Missionen im Jahr 2021 in den am stärksten verarmten Gebieten des Landes allein schon „ein Hinweis auf die schwere Krise ist, die durch die Neuordnung des bewaffneten Konflikts, die Aufgabe des Staates und die langsamen Fortschritte des Friedensabkommens verursacht wurde".

(fides - sst)

 

24 November 2021, 14:53