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Der Erzbischof von Paris, MIchel Aupetit (70) Der Erzbischof von Paris, MIchel Aupetit (70)  (AFP or licensors)

Frankreich: Pariser Erzbischof bietet Papst Amtsverzicht an

Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit hat Papst Franziskus in einem Brief vom 25. November seinen Amtsverzicht angeboten. Grund sind nach Informationen der katholischen Zeitung „La Croix" Querelen innerhalb der Erzdiözese sowie ein „mehrdeutiges Verhalten" gegenüber einer Frau im Jahr 2012.

Ein sexuelles Verhältnis, wie es das Magazin „Le Point" zu Wochenbeginn angedeutet hatte, wies der 70-jährige Erzbischof zurück. Er habe sich dazu entschlossen, die Frau nicht mehr zu sehen und ihr das mitgeteilt. Dies alles habe er im Frühjahr 2020 auch mit seinen Generalvikaren besprochen und die kirchlichen Behörden davon in Kenntnis gesetzt.

In den vergangenen Monaten hatte es darüber hinaus Spannungen in der Erzdiözese gegeben, die sich Medienberichten zufolge unter anderem an der Amtsführung Aupetits entzündeten. Beide Generalvikare legten als Verwaltungschefs ihr Amt nieder. Er wolle „Spaltungen vermeiden, wenn ich selbst eine Quelle von Spaltungen bin", so der Erzbischof im Gespräch mit „La Croix". Deshalb lege er seinen Verbleib im Amt in die Hände des Papstes. Ein Rücktritt sei das vorerst keiner, unterstrich der Erzbischof.

Ein Rücktrittsangebot, aber kein Rücktritt

Der Brief Aupetits an Papst Franziskus sollte laut Bericht bis zur Antwort des Papstes vertraulich bleiben, wurde aber am Freitag durch die Zeitung „Le Figaro" publik. In der Diözese mischen sich „La Croix“ zufolge Wut über die Amtsführung des Erzbischofs, Ärger über den Umgang der Medien mit dem Rücktrittsangebot und Sorge um die Zukunft des Erzbistums.

Aupetit ist ausgebildeter Arzt und empfing im Alter von 44 Jahren die Priesterweihe. 2006 wurde er Generalvikar und 2013 Weihbischof in Paris. Papst Franziskus machte den Bioethik-Spezialisten 2014 zum Bischof von Nanterre im Westen von Paris und 2018 zum neuen Pariser Erzbischof.

Die Erzdiözese Paris gehört zu den angesehensten und größten Diözesen der katholischen Weltkirche.

(la croix/kna/vatican news – gs)

27 November 2021, 11:25