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Vatican News
In einem Flüchtlingslager in Burkina Faso In einem Flüchtlingslager in Burkina Faso  (AFP or licensors)

Burkina Faso: Bewaffnete Gruppen auf dem Vormarsch

Die Sicherheitslage im westafrikanischen Land Burkina Faso wird „von Tag zu Tag schlechter". Das bekräftigte ein katholischer Priester, der in der Diözese Fada N'Gourma in Burkina Faso tätig ist, gegenüber ACI Africa.

„Bewaffneten Gruppen sind auf dem Vormarsch, die Bevölkerung ist ihrem Willen unterworfen, und es gibt Angriffe auf die Armee“, sagte Etienne Tandamba der Agentur. Entführungen und Beschlagnahmungen von Gütern kämen „jeden Tag vor“, einige Regionen des westafrikanischen Landes seien inzwischen unzugänglich und Schulen geschlossen. Problematisch sei die Lage vor allem im ländlichen Raum: „Die Verwaltung hat sich in die großen Städte zurückgezogen“, so der katholische Priester, der auch Kommunikationsdirektor seines Bistums ist.

Vom Vorbild zum Hinterland des Terrors

Burkina Faso galt lange Zeit als Vorbild friedlichen Zusammenlebens verschiedener Volksgruppen und Religionen. Diverse politische Krisen haben dann aber den Boden für die Ausbreitung extremistischer Gruppen bereitet. Seit 2015 kommt es immer wieder zu Terroranschlägen, dschihadistische Terroristen ermordeten in dieser Zeit rund 1.600 Menschen in Burkina Faso, erst vor wenigen starben bei zwei Terroranschlägen 27 Menschen.

Darüber hinaus sind Banditen unterwegs, die die schlechte Sicherheitslage ausnutzen. Ende August waren nach offiziellen Regierungsangaben über 1,4 Millionen Menschen in Burkina Faso auf der Flucht vor Terror und Gewalt. Auf dem Entwicklungsindex der Vereinten Nationen belegt das Land seit jeher einen der hintersten Plätze, derzeit Platz 182 von 189 Staaten.

Die Kirche? Unverwüstlich

Trotz dieser Sicherheitsprobleme sei „die Kirche unverwüstlich“, unterstrich der Priester Etienne Tandamba. „Wir beten weiter und finden Mittel und Wege, um die gute Nachricht zu verkünden und uns um die christlichen Gemeinschaften zu kümmern." Allerdings sei die Kirche im Land auf Hilfe angewiesen, um die Gläubigen über das Radio zu erreichen und auf diesem Weg „den sozialen Zusammenhalt, die religiöse Toleranz und den Dialog zu fördern".

(aciafrica – gs)

 

18 November 2021, 13:07