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Bartholomaios im Gespräch mit dem Athener Erzbischof Bartholomaios im Gespräch mit dem Athener Erzbischof  (ANSA)

Griechenland: Kirche stärkt Bartholomaios den Rücken

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. ist am Samstag zu einem mehrtägigen Besuch in Griechenland eingetroffen. Auf dem Programm des Ehrenoberhauptes der orthodoxen Christen stehen bis Donnerstag zahlreiche kirchliche, aber auch politische Begegnungen.

Noch am Samstagabend kam Bartholomaios in Athen zu einem Gespräch mit Erzbischof Hieronymos (Liapis) zusammen, dem Oberhaupt der Orthodoxen Kirche in Griechenland. Über Inhalte des Gesprächs wurde vorab nichts bekannt. Bei einem Festgottesdienst am Sonntag in Athen stellte sich der Athener Erzbischof aber demonstrativ hinter Bartholomaios.

Hieronymos würdigte die Verdienste und Aktivitäten des Ökumenischen Patriarchen und hielt fest: „Sie werden immer unseren ungeteilten Respekt, unsere Liebe und Unterstützung haben“. Bartholomaios dankte seinerseits am Ende der Liturgie in der orthodoxen Metropolitankathedrale von Athen für die Unterstützung aus Griechenland.

Athen steht in der Ukraine-Frage an Bartholomaios' Seite

Er sprach u.a. auch selbst den Konflikt rund um die Orthodoxie in der Ukraine an; ebenso auch seinen Versuch, mit der panorthodoxen Synode von Kreta 2016 die Orthodoxie zu einen und notwendige Reformen einzuleiten. Die Synode konnte allerdings nur begrenzte Wirksamkeit entfalten, was u.a. bedingt war durch die Nicht-Teilnahme des Patriarchats von Antiochien sowie der russisch-, der bulgarisch- und der georgisch-orthodoxen Kirche.

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis im Gespräch mit dem Athener Erzbischof, Januar 2021
Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis im Gespräch mit dem Athener Erzbischof, Januar 2021

In der Ukraine gibt es zwei miteinander konkurrierende orthodoxe Kirchen. Die orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU), die Anfang 2018 von Patriarch Bartholomaios die Unabhängigkeit (Autokephalie) verliehen bekam, und die ukrainische orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats, die innerhalb der russisch-orthodoxen Kirche autonomen Status hat, aber zum Patriarchat von Moskau gehört. Moskau hat nach der Gewährung der Autokephalie an die OKU die Kirchengemeinschaft mit dem Ökumenischen Patriarchat ausgesetzt. Die orthodoxe Kirche in Griechenland hat die OKU inzwischen anerkannt, was sie ebenfalls in einen Konflikt mit Moskau brachte.

Patriarch Bartholomaios sprach im Blick auf die innerorthodoxen Konflikte von „Wolken“ und „Regen“, aber zumindest keinen „zerstörerischen Niederschlägen“. Die verschiedenen Herausforderungen hätten auch so manchen fruchtbaren Dialog hervorgebracht. Er ermutigte zudem zu einer intensiven kirchlichen Zusammenarbeit zwischen dem Ökumenischen Patriarchat und der Kirche in Griechenland, vor allem auch im Blick auf die Pandemie.

Enge Verbindungen Konstantinopel - Athen

Eigentlicher Anlass des Besuchs von Bartholomaios in Griechenland sind vor allem (nachträgliche) Feiern zum 30-jährigen Amtsjubiläum des Patriarchen. Der 81-jährige Bartholomaios I., bürgerlich Dimitrios Archondonis, war am 22. Oktober 1991 zum Erzbischof von Konstantinopel und Ökumenischen Patriarchen gewählt worden.

Der Patriarchenstuhl von Konstantinopel ist der Erste unter den Führern autokephaler orthodoxer Kirchen in aller Welt. Sein Inhaber gilt somit als „Primus inter pares“ (Erster unter Gleichen). Sein Sitz ist im Phanar, im gleichnamigen Stadtviertel von Istanbul gelegen. Der Patriarch gilt als 270. Nachfolger des Apostels Andreas.

Die Beziehungen zwischen dem Ökumenischen Patriarchat und der orthodoxen Kirche von Griechenland sind nicht nur sehr eng, sondern zugleich jurisdiktionell auch sehr komplex, was vor allem geschichtliche Hintergründe hat.

(pro oriente – sk)
 

22 November 2021, 13:31