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Bischof Sithembele Sipuka, Präsident der Südafrikanischen Bischofskonferenz Bischof Sithembele Sipuka, Präsident der Südafrikanischen Bischofskonferenz 

Südafrika: Kirche hofft vor Wahlen auf „moralische Erneuerung"

Südafrikas Bischöfe haben in einem Hirtenbrief anlässlich der bevorstehenden Gemeindewahlen das politische Establishment kritisiert und zu einer „moralischen Erneuerung" aufgerufen.

„In unserem Jahrzehnte alten Rechtsstaat, den wir mittlerweile als normal betrachten, hat Südafrikas Politik klar die Armen und das Gemeinwohl im Stich gelassen", hieß es in dem am Donnerstagnachmittag veröffentlichten Schreiben. Der Präsident der Südafrikanischen Bischofskonferenz (SACBC), Sithembele Sipuka, ruft darin dazu auf, die Lokalwahlen in zwei Wochen für eine „moralische Erneuerung" zu nutzen.

Politik „wurzelt nicht in ethischen Werten“

Laut Sipuka rührten die Missstände in dem Schwellenstaat von einer „Politik, die noch nicht tief in ethischen Werten wurzelt". Es biete sich ein Bild, wonach Politiker ihren Job als „Chance zur Selbstbereicherung" sehen und korrupte Akteure geschützt würden; das öffentliche Vertrauen in den demokratischen Prozess sei erschüttert. Den Bischöfen zufolge sollten die bevorstehenden Gemeindewahlen eine „neue Vision" für Südafrikas Verwaltung bringen. In dieser müsse es endlich Konsequenzen für Politiker geben, die in ihrem Job versagen.

Strukturelle Defizite und Arbeitslosigkeit

Die Südafrikaner wählen am 1. November neue Stadt- und Bezirksregierungen. Der Urnengang hat den Fokus erneut auf die zusammenbrechende Verwaltung vieler Regionen gelenkt: Zwar schneidet Südafrika in Infrastrukturindizes besser als die meisten anderen afrikanischen Staaten ab, dennoch leben laut Daten der Weltbank 15 Prozent der Menschen im Land ohne Strom. Mancherorts mangelt es immer noch an Leitungswasser, Sanitäranlagen, Straßen und Kliniken. Jeder dritte Südafrikaner im arbeitsfähigen Alter hat keinen Job.

(kna – gh)

15 Oktober 2021, 14:09