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In Guatemala leidet unter einer schlimmen Versorgungskrise In Guatemala leidet unter einer schlimmen Versorgungskrise 

Guatemala: Dutzende Babys an Unterernährung gestorben

Guatemala erlebt derzeit nach Einschätzung des Menschenrechtsbeauftragten des Landes, Jordan Rojas, eine der schlimmsten Versorgungskrisen der jüngeren Zeit.

Seit Jahresbeginn seien bereits 39 Kinder an Unterernährung gestorben, darunter 20 Mädchen und Jungen mit einem Lebensalter unter einem Jahr, so Rojas am Wochenende gegenüber lokalen Medien. Das mittelamerikanische Land laufe Gefahr, das Milleniums-Ziel der Reduzierung des Hungers und der Armut bis 2030 deutlich zu verpassen. Derzeit leiden demnach 16 Prozent der rund 17 Millionen Einwohner an akuter Unterernährung, weitere 53 Prozent sähen sich drohendem Ernährungsmangel gegenüber.

Das Welternährungsprogramm (WFP) hatte bereits zu Jahresbeginn vor einer dramatischen Entwicklung in der Region gewarnt. Insgesamt hat sich die Zahl der vom Hunger bedrohten Menschen in El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua von 2,2 Millionen Menschen im Jahr 2018 auf acht Millionen 2020 vervierfacht, berichtete das WFP. Grund für die besorgniserregende Entwicklung seien die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie sowie verheerende Wirbelstürme im vergangenen Jahr, die die Ernten zerstört haben.

Große Ungleichheit

Guatemala zählt weltweit zu den Ländern mit der größten Einkommensungleichheit. Bis zu 60 Prozent der Guatemalteken stammen von indigenen Gruppierungen im Land ab, ihre politischen Mitspracherechte sind jedoch gering und viele von ihnen bleiben über Generationen hinweg in der Armut gefangen. Die Nachfahren der spanischsprachigen Eroberer bilden dagegen bis heute die politische und wirtschaftliche Elite, der Reichtum im Land wird von wenigen Familien kontrolliert.

(kna – gh)

18 Oktober 2021, 10:56