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Priester hält ein Kruzifix bei einer Messe in Cap-Haitien Priester hält ein Kruzifix bei einer Messe in Cap-Haitien  (AFP or licensors)

Haiti: Armen-Priester stirbt nach Raubüberfall

Pater André Sylvestre, Leiter eines Waisenhauses in Cap-Haïtien, ist nach einem Raubüberfall seinen Schusswunden erlegen. Angesichts des Ausmaßes der Krise in dem Karibikstaat sind in den letzten Monaten auch zunehmend Kirchenleute direkt von Gewalt betroffen.

Dass der beliebte Armenpriester André Sylvestre, der sich in der Hafenstadt um Waisen und Obdachlose kümmerte, zum Gewaltopfer wurde, habe die haitianische Öffentlichkeit erschüttert, berichtet die italienische Zeitung „Avvenire“. Der Vorfall zeige das Ausmaß der Krise: Inzwischen seien immer öfter auch Kirchenvertreter direkt von Gewalt betroffen, während sie zuvor wegen ihres Einsatzes für die Armen als „unantastbar“ galten.

Der 70-jährige Sylvestre, Pfarrer einer Gemeinde im Stadtbezirk Robillard, hatte gerade die Bank verlassen, als zwei Bewaffnete auf einem Motorrad ihn niederschossen. Sie versuchten seine Tasche mitzunehmen, die sie aber nicht erreichen konnten, weil der Verwundete von Menschen umringt war. Der Geistliche erlag kurze Zeit später in einem Krankenhaus seinen Verletzungen.

Erst im April war in Croix-des-Bouquets bei Port-au-Prince eine Gruppe von fünf Priestern, zwei Nonnen und sieben Laien auf dem Weg zur Messe, entführt worden. Die Zahl der Entführungen in Haiti hat seit Januar exponentiell zugenommen, was zumeist auf das Konto von lokalen Gangs geht.

(avvenire – pr)

 

08 September 2021, 13:00