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Vatican News
Vier Frauen aus Afghanistan Vier Frauen aus Afghanistan  (AFP or licensors)

Afghanistan: Christen in Gefahr

Ein Christenführer in Afghanistan hat die wenigen Angehörigen der Gemeinde aufgefordert, vorsichtig zu sein und zu Hause zu bleiben, um nicht ins Visier von Taliban-Kämpfern zu geraten. Das berichtet die auf Asien spezialisierte Agentur ucanews unter Berufung auf eine in den USA ansässige Gruppe, die die Verfolgung von Christen weltweit beobachtet.

Die Mitglieder der Untergrundkirche in Afghanistan leben in Ungewissheit, seit Taliban-Kämpfer die Hauptstadt Kabul erobert und am 15. August die Kontrolle über das Land übernommen haben, berichtet International Christian Concern (ICC). „Wir raten den Menschen, in ihren Häusern zu bleiben, weil es jetzt zu gefährlich ist, hinauszugehen", zitiert ICC den Christenführer, der aus Sicherheitsgründen anonym bleibt. Die Taliban hätten zwar eine Generalamnestie angekündigt, dennoch bestehe die Sorge, dass die neuen Machthaber die Angehörigen der verschwindend kleinen christlichen Minderheit im Land verfolgen.

10.000 Christen in Afghanistan

ICC zufolge handelt es sich bei den Christen in Afghanistan fast ausschließlich um Konvertiten vom Islam. Die Organisationen schätzt ihre Zahl auf 10.000 bis 12.000, Schätzungen für die Zahl der katholischen Gläubigen belaufen sich auf wenige Hundert. Die muslimische Mehrheitsbevölkerung in Afghanistan liegt bei rund 33 Millionen. Aufgrund der Verfolgung durch extremistische Kräfte leben die Christen meist zurückgezogen und versteckt vor der Öffentlichkeit, so ICC. Unter der Taliban-Herrschaft müssen Nicht-Muslime eine Staatsbürgerschaft zweiter Klasse hinnehmen. Christen, die vom Islam konvertiert sind, gelten als Abtrünnige und müssen mit schweren Konsequenzen nach der Scharia rechnen.

Bereits am 15. August bekundete die italienische Caritas in einer Mitteilung ihre Sorge über die Sicherheit der Christen in Afghanistan. Die Wohltätigkeitsorganisation erklärte, sie setze alle ihre Aktivitäten in dem Land aus, in dem sie seit den 1990er Jahren präsent ist und unter anderem umfangreiche Nothilfe-, Rehabilitations- und Entwicklungsprogramme sowie den Bau von Schulen und Häusern für vertriebene Gemeinschaften durchgeführt hat.

(ucanews – gs)

 

25 August 2021, 13:30