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Menschenhandel verlagert sich zunehmend ins Internet Menschenhandel verlagert sich zunehmend ins Internet  (©yupachingping - stock.adobe.com)

Save the Children: Menschenhandel verlagert sich ins Internet

Das so genannte E-Trafficking, also der virtuelle Handel, ist die neue Form von Ausbeutung und Menschenhandel, mit der kriminelle Netzwerke Profit machen. Die Corona-Pandemie spielt diesen Kriminellen dabei in die Hände.

Das Phänomen beschreibt der Bericht „Little Invisible Slaves - Out of the Shadows: The Suspended Lives of the Children of Exploitation Victims“ (Kleine unsichtbare Sklaven - Raus aus dem Schatten: Das aufgeschobene Leben der Kinder von Ausbeutungsopfern) der Hilfsorganisation Save the Children. Er wurde an diesem Dienstag im Vorfeld des Welttags gegen Menschenhandel (30. Juli) veröffentlicht.

„Verschlüsselte Kommunikation und Anonymität, kein direkter Kontakt zu den angeworbenen Opfern und ein geringeres Risiko, auf Polizeieinsätze zu stoßen, sind die Elemente, die Menschenhändler und Ausbeuter am meisten ausnutzen, ganz zu schweigen von der Möglichkeit, die Opfer durch GPS-basierte Ortungsanwendungen zu überwachen“, heißt es dort.

Speziell auf die Opfer zugeschnittene ,Jagdmethoden'

Der elektronische Menschenhandel erstrecke sich „von der Online-Werbung mit Opfern, die Kunden zur Verfügung gestellt werden, bis hin zu ihrer Anwerbung, meist über soziale Medien. Sie können von den Menschenhändlern mit virtuellen Jagdmethoden, die auf ein bestimmtes Profil abzielen, ,ausgewählt‘ oder mit Fishingmethoden angelockt werden, bei denen meist gefälschte Stellenanzeigen verwendet werden, um wirtschaftlich und sozial schwache Menschen zu gewinnen, die dann zu Opfern für ihre Geschäfte werden.“

Die Opfer sind nicht nur in die Zwangsprostitution verwickelt, sondern auch in illegale Aktivitäten wie zum Beispiel Drogenschmuggel oder Kurierfahrten mit Paketen, deren Inhalt den Zustellern nicht bekannt ist. Den Angaben zufolge betrifft die Zwangsprostitution auf dem Straßenstrich heute vor allem Transfrauen und -mädchen oder Jugendliche aus Osteuropa, auf die 70 % der Ansprachen in Kontaktstellen im Jahr 2020 entfallen. 75 % davon stammen aus Rumänien, gefolgt von albanischen und bulgarischen Opfern. Im Gegensatz dazu hat sich die Zahl der Opfer nigerianischer Herkunft, die früher sehr zahlreich waren, halbiert. Diese werden mittlerweile zunehmend in so genannten Connection Houses ausgebeutet, die den Kunden durch Mundpropaganda bekannt sind.

(pm/sir - cs)

27 Juli 2021, 14:17