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Geflüchtete im Aufnahmezentrum des Jesuitenflüchtlingsdienstes JRS in Zagreb Geflüchtete im Aufnahmezentrum des Jesuitenflüchtlingsdienstes JRS in Zagreb   (foto: JRS)

Renovabis hilft Kroatien im Umgang mit Geflüchteten

Das beliebte Urlaubsland Kroatien steht – abseits seiner touristischen Zentren - vor der Herausforderung, geflüchtete Menschen unterzubringen und aufzunehmen. Dabei hilft Renovabis, die Solidaritätsaktion der Katholiken in Deutschland mit Mittel- und Osteuropa.

Jörg Basten ist Länderreferent für Kroatien. Bei einem Kongress der Sommerschule in Zagreb fasste er im Gespräch mit uns zusammen, wie verschiedene Einrichtungen der katholischen Kirche in Kroatien helfen, das Leid der Geflüchteten zu lindern und das Land im Umgang mit diesen Menschen zu unterstützen: „Kroatien ist sehr aktiv, durch den Jesuit Refugee Service in den Detention Centres Flüchtlinge zu betreuen, die sich sowohl in Kroatien befinden als auch auf der bosnischen Seite, da gibt es eine gute Zusammenarbeit zwischen dem JRS und den Caritas-Organisationen auf beiden Seiten und auch den sozial tätigen Orden wie zB den Franziskanern in Bihac.“

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Darüber hinaus arbeite Renovabis in der Frage der Geflüchteten mit der katholischen Universität in Zagreb zusammen. Diese habe „eine Integrationsstruktur herausgebracht, wie Flüchtlinge aus fremden Kulturen in Kroatien heimisch werden können. Diese Strategie wird versucht und in Umsetzung gebracht durch einen Korridor, der in Vorbereitung ist - und da ist Renovabis dabei.“

„Das ist ein komplizierter Prozess, weil es keine eindeutigen Täter und Opfer gibt“

In den Ländern des früheren Jugoslawien ist das Hilfswerk seit 25 Jahren aktiv, also seit dem Ende des Balkankrieges. Und auch wenn zwei der Westbalkan-Länder, Slowenien und Kroatien, Teil der EU sind und auch in den anderen nach außen hin Frieden herrscht, sind die Folgen des Krieges noch lange nicht überwunden. „Wir helfen in Pastoral, Caritas und Bildung“, fasst Jörg Basten das Engagement von Renovabis zusammen. „Hier glauben wir, dass es besonders vonnöten ist, interreligiöse und internationale Zusammenkünfte zu organisieren, nachdem viel Leid geschehen ist im sogenannten Heimatkrieg, dem Bürgerkrieg, in dessen Folge der jugoslawische Staat auseinandergefallen ist. Es scheint uns sinnvoll, dass die ökumenischen und interreligiösen Zusammenkünfte zwischen katholischen Kroaten, orthodoxen Serben und muslimischen Bosniern ermöglicht werden, um die Gräuel des Krieges und die zugefügten Wunden zu heilen. Das ist ein komplizierter Prozess, weil es keine eindeutigen Täter und Opfer gibt. Auf jeder Seite sind beide Gruppen zu finden, das ist ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit.“

Synodaler Weg in Kroatien erklärt

Daneben sieht sich Renovabis auch in der Position, in den Ländern Mittel- und Osteuropas Dynamiken der Kirche in Deutschland zu erklären. So berichtete bei der Sommerschule in Zagreb der ehemalige Generalsekretär des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK) Stefan Vesper auf Einladung von Renovabis über den Synodalen Weg. „Er hat die Positionen vorgetragen und gezeigt, wie sich Katholiken in Deutschland aus dem ZdK und der Bischofskonferenz, den Fakultäten und Verbänden wichtiger Themen widmen, die sich aus der MHG-Studie zur Vermeidung sexuellen Missbrauchs ergeben haben", so Basten. „Diese Diskussion ist mit sehr großem Interesse aufgenommen worden, sicherlich auch weil die Voraussetzungen hier in Kroatien andere sind. Aber mitzuteilen, wie in Deutschland über neue Strukturen gerungen wird, schien sehr lohnenswert zu sein.“

(vatican news – gs)

 

 

29 Juli 2021, 07:42