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Menschenleere Straßen in Myanmar Menschenleere Straßen in Myanmar   (ANSA)

Philippinen: Kirchenglocken läuten in Solidarität mit Myanmar

Ein klangvolles Zeichen der Solidarität mit Myanmar kommt an diesem Montag von der philippinischen Kirche. Alle Kirchenglocken sollen tagsüber zweimal gleichzeitig läuten, hat die Bischofskonferenz des Landes (CBCP) beschlossen.

Ziel ist, das Land in Südostasien nicht zu vergessen, in dem die Menschen fünf Monate nach dem Putsch vom 1. Februar immer unter bitteren Konflikten leiden und unzählige Tote, Verletzte und Gewalt zu beklagen haben. Um 12 Uhr mittags und um 18 Uhr abends läuten deshalb an diesem Montag katholische Gotteshäuser auf den Philippinen ihre Glocken, um ihre Verbundenheit mit Myanmar auszudrücken.

Der 19. Juli wurde nicht zufällig gewählt: An diesem Datum feiert man in Myanmar den „Tag der Märtyrer“, an dem der nationalen Helden gedacht wird. Darunter ist auch der 1947 ermordete General Aung San, Vater der nach wie vor festgesetzten Regierungschefin Aung San Suu Kyi, der als „Vater des Vaterlandes“ geehrt wird. Darüber hinaus hat der Ständige Rat der philippinischen Bischöfe bereits einem Vorschlag zugestimmt, einen „Tag der Solidarität mit Myanmar“ abzuhalten, wie Carlo Del Rosario, stellvertretender Generalsekretär der CBCP, mitteilte.  

Ein spezielles Gebet

Für diesen Montag hat die Bischofskommission auch ein Gebet veröffentlicht, das während der Tagesmessen gesprochen werden kann. Es vertraut dem Herrn „unsere Brüder und Schwestern in Myanmar an, die in diesen schwierigen Zeiten, die durch die Militärjunta und den Covid-19 verursacht werden, leiden, hungern, krank sind, Opfer von Gewalt sind, aus ihren Häusern vertrieben und von ihren Familien getrennt wurden“.

Das Gebet richtet sich dann sowohl an „alle, die für Wahrheit und Gerechtigkeit kämpfen“, als auch an „alle, die Leid und Gewalt verursachen“, damit der Herr ihre Herzen bekehre und das ganze Land als „eine Familie“ zur Versöhnung zurückführe. 

Immer wieder in den Gedanken der CBCP

Die CBCP hatte die Gläubigen bereits am 30. Mai zum Hochfest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit aufgefordert, „für das leidende Volk von Myanmar und insbesondere für die Kirche in Myanmar“ zu beten. Aktuellen Zahlen zufolge sind in Myanmar mehr als 800 Menschen bei Zusammenstößen zwischen den Sicherheitskräften und Demonstranten ums Leben gekommen, während mehr als 5.000 Menschen festgenommen wurden. Diese Zahlen wurden durch die Covid-19-Pandemie noch verschlimmert. Bis heute verzeichneten die Behörden über 230.000 Infektionen im Land, mehr als 5.000 Menschen starben mit dem Virus.

(vatican news - cs)

19 Juli 2021, 13:10