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Papst Franziskus besuchte Trujillo in Peru 2018 Papst Franziskus besuchte Trujillo in Peru 2018   (vatican media)

Peru: Bischöfe mahnen zum Unabhängigkeitstag Zusammenhalt an

Am 28. und 29. Juli feiert Peru 200 Jahre Unabhängigkeit. Die katholischen Bischöfe des Landes haben den Anlass genutzt, um zu Zusammenhalt, Entwicklung und Fürsorge für alle aufzurufen.

„Bauen wir unser geliebtes Land auf, statt es zu zerstören! Lasst uns im Gedenken an 200 Jahre Unabhängigkeit einen Neuanfang machen, der alle einbezieht und keinen außen vorlässt“, betonte der Vorsitzende der Peruanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Héctor Miguel Cabrejos Vidarte, in einer Videobotschaft unter dem Motto „Alle vereint für Peru“. Ganz im Sinne des Schreibens „Fratelli tutti” von Papst Franziskus wirbt der Erzbischof von Trujillo darin für Solidarität und Geschwisterlichkeit, um Gräben zu überwinden.

Die Peruaner könnten anlässlich des Unabhängigkeitstags eine „großartige Geschichte” ihres Landes feiern, es gebe jedoch auch einige „dringende aktuelle Herausforderungen“, die es anzugehen gelte, so der Vorsitzende der peruanischen Bischofskonferenz. Erzbischof Cabrejos erinnerte daran, dass es in der Vergangenheit auch viel Gewalt im Land gegeben habe und einige Wunden noch nicht verheilt seien. Der Kirchenmann mahnte alle, die Demokratie zu verteidigen, und die ganzheitliche menschliche Entwicklung sowie den Frieden zu fördern.

Umwelt- und Gesundheitsschutz

„Lasst uns unseren Einsatz für das Leben und den Respekt vor der Würde der Menschen erneuern“

„Lasst uns unseren Einsatz für das Leben und den Respekt vor der Würde der Menschen erneuern, besonders für die ärmsten und verletzlichsten Menschen. Familien sollten Priorität haben, da sie besonders unter den Auswirkungen der Pandemie leiden“, so der Vorsitzende der Peruanischen Bischofskonferenz.

Mit Blick auf die Pandemie äußerte er auch die Hoffnung, dass das Gesundheitssystem gestärkt werde und die Impfkampagne ausgebaut. Neben dem Gesundheitsschutz mahnte der Erbischof von Trujillo auch alle, sich um den Schutz der Schöpfung und den Erhalt der Biodiversität zu kümmern, und in Amazonien auch den „Reichtum der Urvölker“ zu bewahren.

Fünfter Präsident in drei Jahren

Peru hat erst jüngst einen neuen Präsidenten gewählt: Pedro Castillo. Er war sechs Wochen nach der Stichwahl gegen die Rechtspopulistin Keiko Fujimori zum Sieger erklärt worden. Fujimori hatte nach der Abstimmung am 6. Juni Vorwürfe des Wahlbetrugs erhoben und die Prüfung und Neuauszählung tausender Stimmen beantragt. Sie legte jedoch keine stichhaltigen Beweise vor. Die wochenlange Unsicherheit über den Wahlausgang, die von Protesten der Anhänger beider Kandidaten begleitet wurde, und der zuvor bereits stark polarisierende Wahlkampf trugen zur institutionellen Instabilität des Landes bei. Castillo ist bereits der fünfte Präsident binnen drei Jahren. In seiner Ansprache rief der neue Staatschef zur Einheit auf und versprach, „die Türen auch denjenigen zu öffnen, die nicht so denken wie wir".

(fides/diverse – sst)

28 Juli 2021, 12:00