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Vatican News
Flucht vor Gewalt in Nigeria: Die Untätigkeit der Politik wirkt sich direkt auf die Zivilbevölkerung aus Flucht vor Gewalt in Nigeria: Die Untätigkeit der Politik wirkt sich direkt auf die Zivilbevölkerung aus  (AFP or licensors)

Nigeria/Ghana: Ein „moralischer Kompass“ für Afrika

Kirche in Afrika muss der Politik ein „moralischer Kompass“ sein, und zwar über Religionen und Ethnien, Parteien und Generationen hinweg. Dazu hat der Bischof der Diözese Sokoto in Nigeria aufgerufen.

Bei einem Webinar zeigte sich Bischof Matthew Hassan Kukah zuversichtlich, dass eine moralische Integrität und Unabhängigkeit von Kirchenvertretern in afrikanischen Staaten einen Beitrag zu einer gemeinwohlorientierten und transparenten Politik leisten kann. Das afrikanische Bildungs-Institut „The Sanneh-Institute“ mit Sitz in Ghana hatte eine virtuelle Tagung zum Thema „Die Kirche und der Staat in einer Mehrparteiendemokratie“ organisiert.

Politik soll dienen, nicht spalten

Bischof Kukah sieht Politiker in Afrika zu sehr von Religion und ethnischer Zugehörigkeit geleitet, wie er in seinem Vortrag deutlich machte. Eine solche Politik ist kein Dienst, sondern „krebserregend“, so der Kirchenvertreter aus Nigeria. Politik nur als Gelegenheit zu nutzen, um Vorteile für das eigene Volk oder für Stammenangehörige zu schaffen, stehe „nicht im Einklang mit den Prinzipien des Christentums“, schärfte Bischof Kukah ein.

Moralischer Kompass sein - unerbittlich und unparteiisch

Kirchenvertreter müssten solcher Voreingenommenheit Tendenzen „unerbittlich“ entgegenwirken – „nicht, weil wir überlegen sind oder bessere Referenzen haben, sondern weil es unsere Berufung ist, treu zu dienen“, zitierte der Nachrichtendienst Aciafrica den Bischof.

Kukah warnte Kirchenvertreter zugleich davor, sich selbst auf parteipolitische Aktivitäten einzulassen. Sie dürften sich selbst nicht auf politische Sitze bewerben oder politische Kandidaten unterstützen. Die Kirche müsse parteilos bleiben und über Eigeninteressen erhaben, hob er hervor. Sie ziele auf den Schutz des Gemeinwohls - und die Politik habe die Aufgabe, die menschlichen Ressourcen gerecht und „für die maximale Anzahl von Menschen“ zu verteilen und zu verwalten.

In Nigeria sind Gewalt, ethnische Spannungen und Korruption verbreitete Erscheinungen. Bischof Kukah richtete seinen Appell gleichwohl an den gesamten Kontinent: Afrikas Kirchenführer sollten Politiker „inmitten einer zerrissenen Politik in Sachen Moral leiten“, rief er in seinem Vortrag auf.

(aci africa/vatican news – pr)

 

05 Juli 2021, 13:25